Autor: Matzen

  • Buchtipp: Was also sollen wir essen?

    Buchtipp: Was also sollen wir essen?

    von Dave Goulson erschienen im Hanser Verlag
    Zucker, Palmöl, Gemüse, Fisch oder Fleisch – was ist wirklich gesund und nachhaltig? Ein kluger, alltagstauglicher Wegweiser für alle, die essen wollen, ohne die Welt zu zerstören.

    Unsere Ernährung steckt in der Krise: Wir wollen gesund leben, doch auf unseren Tellern liegen hochverarbeitete, überzuckerte, nährstoffarme Produkte – belastet mit Pestiziden und Schwermetallen. Das gefährdet nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch die Natur. Böden verarmen, Arten verschwinden, das Klima leidet – und mittendrin: unser tägliches Essen. Dave Goulson, international renommierter Biologe und leidenschaftlicher Aufklärer, zeigt, wie eng unser persönliches Wohl mit dem Zustand der Erde verknüpft ist – und was wir konkret tun können. Welche Lebensmittel wirklich bio sein sollten, worauf es beim Einkauf ankommt und wie wir alle zum Wandel beitragen können – sachkundig und verständlich bringt Goulson Licht ins Dunkel der Supermarktregale.

    5 Fragen an … Dave Goulson

  • Klimawandel heizt Amphibien ein

    Klimawandel heizt Amphibien ein

    BUND Ortsgruppe Bretten im AmphibieneinsatzIn Bretten und Umgebung leben rund ein Dutzend Amphibienarten, wie Erdkröten, Springfrösche, Molche und Feuersalamander. Alle sind nach dem Naturschutzgesetz geschützt. Sie können aber nur in Biotopen überleben, die ihren Bedürfnissen entsprechen.
    Leider wurden in den letzten Jahrzehnten ihre Lebensräume zerstört, durch Straßen zerschnitten und ihre Laichgewässer zugeschüttet. Hinzu kommt, dass durch den Klimawandel immer häufiger Tümpel austrocknen. Um das Überleben dieser Tierarten zu sichern, hat der BUND Bretten jahrzehntelang, in oft regnerischen Nächten, Tausende von Lurchen vor dem Straßentod bewahrt.

    Gleichzeitig wurden an geeigneten Stellen Laichgewässer angelegt und dafür gesorgt, dass ein sicheres Queren von Straßen ermöglicht wurde.

    „Bei der jährlich stattfindenden Frühjahrs-wanderung benötigen Amphibien einen sicheren Weg von ihrem Winterquartier zum Laichgewässer. Um dies zu gewährleisten, ist ein amphibiengerechter Wanderkorridor erforderlich,“ betont Gertraud Steinbach vom BUND.

    Der Schutz der Amphibien ist deshalb so wichtig, weil diese eine zentrale Rolle im Naturhaushalt spielen. Aus dem Laich der Kröten und Frösche schlüpfen Tausende von Kaulquappen, die sich von Algen ernähren. Sie selbst dienen dann als Futter für zahlreiche Tiere wie die Larven von Libellen und Wasserkäfern. Ausgewachsene Frösche werden von Ringelnattern und Störchen gefressen.

    Auch Amphibien leiden unter dem Klimawandel. Sie müssen sich während eines langen, trockenen Sommers eingraben, um nicht auszutrocknen. In dieser Zeit können sie keine Nahrung aufnehmen. Mit wenig „Winterspeck“ können dann viele Tiere vor allem milde Winter nicht überleben.
    Dies zeigte sich bei einer Kontrolle durch den BUND in diesem Frühjahr: In den Laichgewässern war weniger Laich als im vergangenen Jahr.

  • BUND ruft zum Schutz der Hummeln auf

    BUND ruft zum Schutz der Hummeln auf

    Dicke, pelzige Brummer in Brettener GärtenErdhummel an Blüte

    In den ersten warmen Frühlingstagen sind sie wieder unterwegs, immer auf der Suche nach Blüten, die zuckerhaltigen Nektar und eiweißreichen Blütenstaub liefern. Dabei sind sie auf der Suche nach einem geeigneten Platz für eine Nestanlage. Verlassene Vogelnistkästen, nicht mehr von Mäusen genutzte, unterirdische Nester sind bevorzugte Plätze. Die Hummeln, die jetzt unterwegs sind, sind alle Königinnen, also Weibchen, die sich im vergangenen Herbst gepaart haben und jetzt auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz sind. Ist ihre Suche erfolgreich, dann bauen sie aus Moos ein isolierendes Nest und legen Eier. Die ausschlüpfenden Larven werden mit Nektar und Pollen gefüttert. Nach ihrer Entwicklung zu erwachsenen Hummeln übernehmen diese den Bau der Waben und die Fütterung der Larven. So wächst der Hummelstaat im Laufe des Sommers, je nach Hummelart auf bis zu 600 Tiere.

    In Deutschland gibt es etwa 40 Hummelarten, die alle zu den Wildbienen zählen. Ihr dicker Pelz ermöglicht es ihnen, bereits bei Temperaturen von nur wenigen Grad über dem Gefrierpunkt, wenn alle anderen Bienen noch starr vor Kälte sind, zu fliegen und Blüten zu besuchen. Dabei hilft ihnen das sogenannte „Wärmezittern“ . Sie zittern mit ihren Flugmuskeln und steigern so ihre Körpertemperatur, bis sie flugfähig sind, auf 30°C.
    So sorgen Hummeln auch in einem kalten Frühjahr für die Bestäubung der Blüten unserer Obstbäume. Dabei setzen manche Obstbauern Zuchthummeln auf ihren Obstplantagen ein, um den Ernteertrag zu erhöhen.

    Hummel an TomatenblüteBei Tomaten sitzt der Blütenstaub im Inneren der Staubgefäße. Er tritt in der Regel erst dann aus, wenn die Pollenbehälter geschüttelt werden. Die Hummeln zittern mit ihren Flugmuskeln, setzen die Blüte in Schwingung und der Pollen fällt heraus. Erst diese „Vibrationsbestäubung“ ermöglicht reiche Tomatenernten. Hummeln sind durch ihre hohe wirtschaftliche Bedeutung für den Obst- und Gemüsebau unverzichtbar. Doch leider ist ihr Bestand bedroht. Immer noch verschwinden natürliche Lebensräume für immer unter Beton und Asphalt. Monokulturen und Pestizide führen zum Verlust geeigneter Futterpflanzen.

    Welchen Beitrag können Hobbygärtner zum Schutz dieser unverzichtbaren Insekten leisten? Corinna Hölzel, Expertin für insektenfreundliche Gärten beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt, im Garten heimische Wildpflanzen mit Blüten vom zeitigen Frühjahr bis späten Herbst zu pflanzen, damit Hummeln während der gesamten Flugzeit von März bis Oktober ein kontinuierliches Nahrungsangebot finden. Mehr Tips hier: Eine Wohlfühloase für Hummeln.

    Und was machen Hummeln die beim Fliegen viel Wärme erzeugen und in einem dicken Pelz stecken im Hochsommer? Warum erleiden sie keinen Hitzschlag? Amerikanische Forscher haben kürzlich herausgefunden, dass ihr Schwirren mit den Flügeln wie ein Ventilator wirkt: Wie Hummeln beim Fliegen dem Hitzetod entgehen.

    Siehe auch unseren Buchtipp: Dave Goulson: Und sie fliegt doch, eine kurze Geschichte der Hummel

  • Buchtipp: Und sie fliegt doch

    Buchtipp: Und sie fliegt doch

    Buch Goulson

    Die Hummel ist nicht nur ein pelziges Geschöpf, an dessen Anblick wir uns erfreuen, sie ist auch ein Wunder der Natur, das die Gesetze der Schwerkraft überlistet, und ein Nutztier, das jährlich Abermillionen Tomaten, Gurken und Johannisbeeren bestäubt. Doch wie ihre Verwandten, die Wildbienen, sind die Hummeln vom Aussterben bedroht. Ihr Verschwinden hätte gravierende Folgen für unsere Gesellschaft. In seinem Bestseller „Und sie fliegt doch“ öffnet uns Dave Goulson, Englands führender Hummelforscher, die Augen für ungeahnte Zusammenhänge zwischen Hummeln und Menschen.
    Ein hinreißendes Buch mit humorvollen Schilderungen.

    Dave Goulson: Und sie fliegt doch

    Eine kurze Geschichte der Hummel
    HANSER Verlag 2006
    ISBN 978-3-446-44039-5

  • Wahlprogramm-Check vor der LTW 26

    Wahlprogramm-Check vor der LTW 26

    Der BUND hat die Parteien zu ihren Plänen für die kommende Legislaturperiode befragt.
    Wie stehen die Parteien zu wichtigen Zukunftsfragen? Alle an Umwelt- und Naturschutz interessierten Menschen sollten das wissen. Der BUND Baden-Württemberg hat daher die im Landtag vertretenen Parteien befragt. Aus unseren Forderungen zu Klimaschutz und Biodiversität haben wir Wahlprüfsteine entwickelt und den Parteien zugesandt.
    Hier finden Sie eine Auswahl der Prüfsteine und alle Fragen an die Parteien und deren ausführliche Antworten.