Kategorie: Insekten

  • Wildbienen steigern Erntemenge und Qualität von Heidelbeeren

    Blaubeeren
    Marek Silarski [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

    Eine wissenschaftliche Studie der University of Vermont (USA) hat jetzt gezeigt, dass Wildbienen besonders Hummeln die Qualität von Heidelbeeren (Blaubeeren) steigern können. Die Forscher stellten fest, dass die Größe und Erntemenge dieser Beeren um bis zu 12 Prozent zunahm, wenn die Bestäubung durch Wildbienen erfolgte. Dieses Ergebnis unterstreicht erneut die wirtschaftliche Bedeutung von Wildbienen.

    Siehe unter : First study to reveal wild bees’ impacts on blueberry size, quality

  • Klimawandel im Kraichgau, Teil 6

    Die Wespenspinne: Schwarz-gelber Insektenfänger

    Schon vor hundert Jahre gab es Fundmeldungen aus Berlin. Später tauchte sie vereinzelt in der Oberrheinischen Tiefebene und im Rhein-Main-Gebiet auf. Durch den Klimawandel und vermutlich zusammen mit genetischen Veränderungen, hat sie sich in den letzten Jahrzehnten in Mitteleuropa verbreitet. Auch im Raum Bretten gehört sie längst zur heimischen Tierwelt: Die Wespenspinne auch Zebraspinne genannt. Diese Spinne mit wissenschaftlichem Namen Argiope bruennichi, hat einen auffällig gelb oder fast weiß gefärbten Hinterleib mit schwarzen Querstreifen. Die Weibchen erreichen eine Körperlänge bis zu zweieinhalb Zentimeter. In das große Radnetz, das dicht über dem Boden angelegt wird, ist ein weißen Zickzackband gewebt. Insekten wie Fliegen, Grashüpfer, Schmetterlinge oder gar kräftige Wespen, die sich in ihrem Netz verfangen, werden blitzschnell mit Fäden gefesselt und mit einem Giftbiss getötet. Nach der Paarung mit dem viel kleineren Männchen, baut das Weibchen mehrere ballonförmige Kokons, in die die Eier abgelegt werden. Die im Herbst schlüpfenden Jungspinnen überwintern.
    Der Bestand dieser wärmeliebenden Spinne schwankt von Jahr zu Jahr. In Brettener Gärten, Waldrändern oder Brachflächen ist sie deshalb mehr oder weniger oft anzutreffen.

  • Klimawandel im Kraichgau, Teil 5

    Die Streifenwanze Graphosoma lineatum

    Sie ist auffällig und unverwechselbar. Die etwa einen Zentimeter große rote Wanze hat auf ihrem Kopf zwei, auf ihrem Halsschild sechs und über dem Hinterleib vier schwarze Längsstreifen. Die Unterseite ist schwarz gefleckt. Auch im Raum Bretten kann man dieses auffällige Insekt vom Frühling bis zum Spätsommer auf den Dolden ihrer Futterpflanzen antreffen, wo sie an den noch unreifen Samen saugen. Da sie kein Blut wie die mit ihnen verwandte Bettwanze mögen, sind sie für uns Menschen völlig ungefährlich.
    Nach der Paarung legen die Weibchen im Juni/Juli ihre Eier ab. Die Jungtiere schlüpfen dann einige Wochen später. Die ausgewachsenen Tiere überwintern in der Laubstreu oder in Pflanzenpolstern.
    Die Streifenwanze bevorzugt Brachflächen, Wald- und Wiesenränder, ehemalige Weinberge die warm und sonnig sind. Dort wachsen auch ihre bevorzugten Futterpflanzen wie die Wilde Möhre, Pastinake oder Mannstreu. Auch in Gärten mit Dill oder Fenchel kann man der Streifenwanze begegnen.
    Die Streifenwanze ist in allen Ländern um das Mittelmeer anzutreffen. Bereits während des letzten Jahrhunderts hat sie sich weit nach Norden, bis nach Südschweden ausgebreitet.Sie profitiert von den höheren Temperaturen des Klimawandels und ist im Kraichgau heimisch geworden.

  • Klimawandel im Kraichgau, Teil 4

    Die Große Lehmwespe
    „Erst vor wenigen Wochen habe ich die Fassade meines Hauses neu verputzen lassen und seit einigen Tagen klebt ein Lehmbatzen etwa so groß wie eine kleine Kinderfaust an der Hauswand“, schimpft ein sichtlich verärgerter Hausbesitzer aus dem Brettener Umland.
    Die „Lausbuben“, die er verdächtigt, müssen gut im Werfen sein, kleben doch diese Erdklumpen meist in großer Höhe an mehrstöckigen Gebäuden und sogar hoch oben am Mauerwerk von Kirchtürmen.
    Aber es sind keine Jugendlichen, die aus Übermut mit Lehm geworfen haben, sondern es ist das Werk der Großen Lehmwespe (Delta unguilatus), die ihre Lehmnester an die Hauswände klebt.
    „In den letzten Jahren habe ich immer mehr dieser Nester in der Brettener Innenstadt und auf den Dörfern im Kraichgau gefunden“, berichtet Gerhard Dittes, der Vorsitzende des BUND Bretten.
    „Dabei fällt auf, daß sich die knapp zwei Dutzend Nester, die ich entdeckt habe, fast alle auf den Ostseiten der Gebäude befinden.“
    Aus Lehm, daher der Name „Lehmwespe“, der mit dem Speichel der Wespe vermischt wird, werden kleine Brutzellen getöpfert. Dann fängt die Wespe Raupen, die mit dem Stich ihres Giftstachels gelähmt und in die Zelle gestopft werden. Die Raupen dienen der Wespenlarve als lebender Proviant. Die bis zu einem Dutzend Brutzellen pro Nestanlage werden zur Tarnung komplett mit Lehm überzogen: Der Dreckbatzen ist fertig!
    Durch den Speichel als Bindemittel wird das Baumaterial steinhart. Deshalb müssen sich die schlüpfenden Jungwespen im nächsten Jahr mühsam aus ihrer Kinderstube herausnagen.

    Die Große Lehmwespe hat sich, begünstigt durch die wärmeren Sommer des Klimawandels, von Südeuropa über die burgundische Pforte und den Oberrheingraben bis in den Kraichgau ausgebreitet. Im Raum Bretten ist sie längst heimisch geworden. Regelmäßig kann man sie beim Blütenbesuch in den Gärten beobachten. Die Weibchen der Großen Lehmwespe, die einer Hornisse ähnlich sehen, können zwar stechen, sie sind aber im Gegensatz zu anderen Wespenarten friedfertig.
    Hausbesitzer, die diese Lehmbatzen an ihrer Hauswand dulden, leisten damit einen lobenswerten Beittag zur Artenvielfalt.
    Wer Nester entdeckt, wird gebeten, dies dem BUND zu hier melden

  • Insektensterben : Forscher fordern Maßnahmen

    Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Wilfried Kretschmann fand im Stuttgarter Museum für Naturkunde ein internationales Insektenschutz-symposium statt, an dem auch Vertreter des BUND Bretten und Karlsruhe teilnahmen.
    Insekten sind weltweit die artenreichste Tiergruppe und für die Funktion von Ökosystemen unerlässlich. Der dramatische Rückgang der Insekten hat in Mitteleuropa inzwischen alarmierende Ausmaße erreicht mit unabsehbaren ökonomischen und ökologischen Folgen. Wissenschaftler zeigten an neuesten Forschungsergebnissen die Ursachen für den dramatischen Rückgang der Insekten auf. Eine der Hauptursachen ist der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. So finden beispielsweise vergiftete Honigbienen nicht mehr zurück in ihren Bienenstock und werden anfälliger für Krankheiten. Nützlinge erkennen ihre Wirte nicht mehr, wodurch sich der Bestand der Schädlinge erhöht.
    Zum Schutz der Insekten fordern die Wissenschaftler unter anderem Maßnahmen wie die Einschränkung des Pestizideinsatzes, die Extensivierung der Landwirtschaft sowie eine Erhöhung der Artenvielfalt durch Grünland. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen ist, neben einer Forschungs- und Bildungsoffensive, eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure aus Politik, Industrie, Landwirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft und Gesellschaft erforderlich.

    Den „Neun-Punkte-Plan gegen das Insektensterben“ finden Sie hier –>9-Punkte Plan gegen das Insektensterben