Schlagwort: Streuobstwiesen

  • Vortrag: Lebensraum Streuobstwiese

    Der Vortrag wurde auf den 11.11.2020 verschoben!

    Streuobstwiesen stellen ein wichtiges Strukturelement unserer hiesigen Kulturlandschaft dar. Früher waren sie für die damaligen Menschen überlebenswichtige Existenzgrundlage, heute bieten sie uns im immer hektischer werdenden Alltag ein erholsames und wohltuendes Naturerlebnis während eines ausgedehnten Wochenendspaziergangs. Darüber hinaus sind Streuobstwiesen Lebensraum zahlreicher, teils seltener Tier- und Pflanzenarten und somit ein Hotspot der Artenvielfalt bei uns hier in Mitteleuropa.

    Der zunehmenden Intensivierung im Obst- und Ackerbau sowie dem Straßen-, Haus- und Gewerbebau sind jedoch viele Streuobstwiesen zum Opfer gefallen und tun dies immer noch. Dennoch gibt es im Kraichgau noch wertvolle Restbestände dieses ehemals häufigen Landschaftstyps. Der Vortrag von Dr. Eiko Wagenhoff beleuchtet die historische Entwicklung, die aktuelle Situation und Gefährdung und vor allem die große ökologische Bedeutung von Streuobstwiesen. Außerdem werden einige ihrer typischen Bewohner näher vorgestellt und Tipps zur Pflege von Streuobstwiesen gegeben. Am Schluss wird es Raum für Fragen und Diskussionen geben.

    Der Vortrag findet am Mittwoch, den 11. März 2020 um 19:30 Uhr im Vortragssaal der Volkshochschule Bretten Melanchthonstraße 3 statt. Der Eintritt ist frei. Gäste sind willkommen.

  • Wildbienenschutz immer beliebter

    BUND und MGB mit Infos über Wildbienen

    „Fachgerechte Nisthilfen für hohlraumbewohnende Wildbienen wie für die Gehörnte Mauerbiene sind bei den Brettenern immer mehr gefragt“, stellt Annika Hoffmann, Biologielehrerin am Brettener Melanchthon-Gymnasium, erfreut fest. Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Schutz unserer einheimischen Wildbienen“ informierten der BUND und Schüler der Arbeitsgemeinschaft Biologie die Besucher des Brettener Wochenmarktes.

    Angesichts des weltweiten, dramatischen Insektensterbens setzen sich immer mehr Besitzer von Gärten und Streuobstwiesen für den Schutz von Wildbienen und anderen Insekten ein. Andererseits fühlen sich immer mehr wärmliebende Insekten wie beispielsweise die Efeu-Seidenbiene und die Gelbbindige Furchenbiene bei uns heimisch. Ihre im Boden angelegten Nester werden zunehmend in Brettener Gärten beobachtet.
    „Es ist deshalb wichtig, diese Brutplätze in den Gärten zu erhalten und kleine, unbewachsene Flächen für neue Brutplätze bereit zu stellen“ empfiehlt Gerhard Dittes vom BUND Bretten.
    Schon nach wenigen Tagen waren die Bohrlöcher in den Nistklötzen besiedelt, berichten immer mehr Gartenbesitzer.
    Fast pausenlos drängten sich die Marktbesucher am Infostand, um näheres über Wildbienen zu erfahren.
    –Woran erkennt man Wildbienen?
    –Wodurch sind sie gefährdet und wie kann man diesen nützlichen Insekten, wichtige Bestäuber unserer Kulturpflanzen helfen?

    Die von den Schülern angebotenen, selbst gebastelten Nisthilfen für hohlraumbewohnende Wildbienen wurden dankbar angenommen.

  • Insekt des Jahres 2019 : Die Rostrote Mauerbiene

    Paarung und Blütenbesuch auch in Brettener Gärten

    „Woher kommt plötzlich der dicke Dreckbatzen am Rolladenstopper?“ fragten sich kürzlich einige besorgte Brettener. Die „Übeltäterin“ ist die harmlose Rostrote Mauerbiene. Der Dreckbatzen ist eines ihrer Brutnester. Für deren Anlage ist sie nicht wählerisch: Fraßgänge von Käferlarven in Totholz, Ritzen im Mauerwerk oder manchmal sogar Türschlösser werden als Kinderstube für den Nachwuchs verwendet und sorgfältig mit Erdklümpchen verschlossen.
    Bei den schon sommerlichen Temperaturen der letzten Tage sind die Rostroten Mauerbienen auch im Brettener Umland geschlüpft. Nach der Paarung besuchen die Weibchen die Blüten verschiedenster Pflanzen und lagern Nektar und Blütenstaub als Futter für die Larven in die Brutzellen ein.

    Die Rostroten Mauerbienen (Osmia bicornis ) erreichen eine Körperlänge von bis zu 12 Millimeter. Sie sind schlanker als ihre nahen Verwandten, die Gehörnten Mauerbienen (Osmia cornuta), die bereits schon im zeitigen Frühjahr in Gärten und Streuobstwiesen Blüten bestäuben. Bei beiden Wildbienenarten besitzen die Weibchen zwei kleine Hörnchen am Kopf, die zum Sammeln des Blütenstaubs dienen.

    Die Rostrote Mauerbiene kommt in ganz Deutschland vom Tiefland bis in die Höhenlagen vor. Sie besiedelt verschiedene Lebensräume wie Hecken, Waldränder, Streuobstwiesen und Gärten. Auch in der Brettener Innenstadt und den Ortsteilen ist sie deshalb regelmäßig anzutreffen. Ihr Bestand ist bisher noch nicht gefährdet. Allerdings sind von den mehr als 500 Wildbienenarten Deutschlands mehr als die Hälfte gefährdet oder bereits verschwunden.

    Ursachen sind der Lebensraumverlust durch die fortgesetzte Ausweisung von immer neuen Wohn- und Gewerbegebieten und Straßen, welche die Landschaft zerschneiden, sowie Monokulturen und der Einsatz von giftigen Pestiziden. Gärten mit geeigneten Futterpflanzen, die vom Frühjahr bis zum Herbst blühen und die Bereitstellung geeigneter Nisthilfen können der Rostroten Mauerbiene und ihren wilden Verwandten das Überleben erleichtern.
    Um auf die Bedeutung von Wildbienen als wichtige Bestäuber aufmerksam zu machen, hat das Deutsche Entomologische Institut die Rostrote Mauerbiene zum „Insekt des Jahres 2019 für Deutschland, Österreich und die Schweiz“ gekürt.

  • Gesucht : Der Große Fuchs

    Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)

    „Als Naturfotograf habe ich ein besonderes Augenmerk auf Schmetterlinge. Aber den Großen Fuchs habe ich seit vielen Jahren in Brettener Umland nicht mehr gesehen,“ weiß Hans-Georg Leonhardt vom BUND Bretten. Dabei war dieser Tagfalter aus der Familie der Edelfalter früher in Europa weit verbreitet. Inzwischen ist er Deutschland insgesamt seltener geworden und in Großbritannien sucht man ihn vergeblich. Dabei ist die Verwechslungsgefahr mit dem noch häufigeren Kleinen Fuchs gering. Der Große Fuchs hat nur am Rand seiner Hinterflügel blaue, halbmondförmige Flecken. Bevorzugte Lebensräume sind die Ränder lichter Wälder, Trockenrasen und Streuobstwiesen.
    „Es war ein großer Glücksfall, dass ich kürzlich auf dem Stamm eines alten Apfelbaumes einen Großen Fuchs entdecken und fotografieren konnte. Der Falter hat sich beim Sonnenbaden nicht stören lassen“, berichtet Mattias Menzel vom BUND.

    Die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt an Weiden, Pappeln und Ulmen, von deren Blätter sich die Raupen dann ernähren. Nach der Verpuppung der Raupen schlüpft die nächste Generation im Juli. Die Falter ernähren sich hauptsächlich von austretenden Baumsäften.
    Hauptursachen für den Rückgang dieser Falterpopulation sind die intensive Landwirtschaft und der Verlust von geeigneten Lebensräumen durch die fortschreitende Flächenversiegelung.
    Sollten Sie, lieber Leser, einen Großen Fuchs entdecken, dann teilen Sie ihre Fundmeldung bitte dem BUND Bretten hier mit.

  • Die Blindschleiche – Reptil des Jahres 2017

    Blindschleiche

    Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde hat die besonders geschützte Blindschleiche zum Reptil des Jahres 2017 ernannt.
    Nein – blind ist sie nicht. Obwohl diese beinlose Eidechse einer Schlange ähnelt, besitzt sie nicht deren starren Blick. Nur wenn sie ihre beweglichen Augenlider schließt, ist sie „blind“.
    Auch durch seine gleich großen, glänzenden und glatten Schuppen unterscheidet sich dieses harmlose Kriechtier von den echten Schlangen. Die Körperfarbe der bis zu einem halben Meter langen Blindschleiche variiert von hellgrau bis kupferfarben. Ihre Bauchseite ist dunkelgrau, die gespaltene Zunge ist breit und kurz.
    Die Blindschleiche, die über fast ganz Europa verbreitet ist, kann man auf Brettener Streuobstwiesen, an Waldrändern, Hecken und naturnahen Gärten antreffen. Hier macht sie Jagd auf Nacktschnecken, Regenwürmer und kleine Gliedertiere. Ihren zahlreichen natürlichen Feinden wie Greifvogel, Marder, Fuchs und Schlingnatter ist sie nicht ganz schutzlos ausgeliefert. Bei Bedrohung kann sie die Schwanzspitze abwerfen und fliehen.
    Anderen Gefahren aber gegenüber ist dieses Reptil wehrlos: „Lebensraumverluste durch Flächenversiegelung, Verkehrsopfer und moderne Landwirtschaft mit Monokulturen und giftigen Pestiziden setzen der Blindschleiche immer mehr zu“, betont Gerhard Dittes, der Vorsitzende des BUND Bretten. Nur die Schutzgebiete, für die sich der BUND schon vor Jahren eingesetzt hat, sind sichere Rückzugsgebiete für die Blindschleiche. Hier findet sie ausreichend Nahrung und einen frostfreien Unterschlupf für ihre Winterruhe von Oktober bis April. Im Sommer bringen die Weibchen bis zu einem Dutzend etwa zehn Zentimeter lange, gestreifte Jungtiere zur Welt.
    Wie kann man Blindschleichen helfen? „Besitzer von Streuobstwiesen und Gärten sollten diese naturverträglich bewirtschaften,“ empfiehlt Matthias Menzel vom BUND Bretten.