Schlagwort: Neozoen

  • Asiatische Hornisse in Bretten und Umgebung

    Sekundärnest asiatische HornisseAuch in diesem Jahr erhielten wir wieder Fundmeldungen zur Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax ) :
    Ein Primärnest im April und ein Sekundärnest im Oktober sowie Funde von Einzeltieren.

    Inzwischen ist diese Hornissenart für ganz Deutschland als „weit verbreitet“ eingestuft worden. Es besteht keine Pflicht mehr die Nester zu entfernen!
    Wer auf seinem Grundstück ein Nest entdeckt und dies unbedingt entfernen will, muss die Beseitigung durch einen Fachmann nun selbst bezahlen. Aber es wird weiterhin darum gebeten Hornissen und ihre Nester der LUBW zu melden.

    Informationen zur Asiatischen Hornisse gibt es unter :

    Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe (smnk)

    LAVES Bieneninstitut Celle

    Saarländischen Rundfunk (SR) 

     

     

     

  • Grabwespe Sceliphron curvatum in Sternenfels

    Grabwespe Sceliphron curvatumEinen besonders sicheren Brutplatz hat sich ein Weibchen der Grabwespe Sceliphron curvatum ausgesucht: Gut versteckt zwischen Büchern und der Rückwand des Bücherregals wurden 21 Brutzellen aus Erde angebracht. Jede Brutzelle wird mit bis zu 25 gelähmten Spinnen als Futter für die Larve gefüllt. Offensichtlich gibt es in der Umgebung genügend Spinnen als Beutetiere und Baumaterial für die „Tönnchen“. Danke für diese Fundmeldung und das Foto aus Sternenfels!

  • Grabwespe Sceliphron curvatum in Gölshausen entdeckt

    Grabwespe Sceliphron curvatumEin aufmeksamer Leser aus Bretten-Gölshausen hat uns nebenstehendes Foto geschickt. Die Grabwespe Sceliphron curvatum hatte sich unbemerkt durch die Lüftungsschlitze des Fensterrahmens gezwängt und im Hohlraum zwischen Rahmen und Fensterflügel ihre Brut-Tönnchen angelegt. Herzlichen Dank für die Fundmeldung und das Bild.

  • Mantis religiosa

    Auch in Bretten ist die Gottesanbeterin (Mantis religiosa) inzwischen heimisch geworden. So konnten kürzlich in einem vom BUND Bretten angelegten, neuen Lebensraum für Wildbienen und andere Insekten, gleich mehrere geschlechtsreife Weibchen und Eigelege beobachtet werden. Im Eigelege, auch Schaumnest genannt, überdauern die Eier den Winter.

    Im Frühjahr schlüpfen dann die Larven. (Auf dem Bild Eigelege zum Größenvergleich mit 5-Cent-Münze )
    Diese Fangschrecke erbeutet mit ihren Fangarmen blitzschnell auch Insekten mit Giftstachel wie Wespen und Honigbienen.
    Zur Ausbreitung in Baden-Württemberg siehe unter: Artenfunde der letzten 2 Jahre, Landesanstalt für Umwelt

     

  • Vorhänge mit Dreckbatzen – jetzt auch in Bretten

    Brutzellen Orientalische Mauer- oder MörtelwespeEin Dutzend Dreckbatzen, alle gleich geformt, einen Zentimeter breit und zwei lang, am Vorhang des Wohnzimmerfensters festgeklebt: So geschehen in einer Wohnung der Brettener Kernstadt. Wer waren die Übeltäter? Etwa ein übler Scherz von bösen Buben, die den Nachbarn ärgern wollten?
    Weit gefehlt!

    Die Übeltäterin ist die Orientalische Mauer- oder Mörtelwespe (Sceliphron curvatum), auch Asiatische Lehmtopfwespe genannt.Orientalische Mauer- oder Mörtelwespe (Sceliphron curvatum) Diese Wespe aus der Insektenfamilie der Grabwespen hat diese typischen Brutzellen aus Lehm innerhalb weniger Tage gebaut. Sie hat sich, aus Nordindien und Nepal kommend, seit 1979 in Europa ausgebreitet und kann seit einigen Jahren auch in Bretten beobachtet werden. Diese schlanke, etwa zwei Zentimeter lange, braun und gelbe Wespe hat einen auffälligen, dünnen langen Stiel, der ihren Brustabschnitt mit dem Hinterleib verbindet.

    Nach der Paarung beginnen die Weibchen mit dem Bau der Brutzellen. Dazu formen sie ein Klümpchen feuchte Erde oder Lehm und transportieren dieses an eine vom Regen geschützte Stelle wie Felsspalten oder Mauerritzen. Beliebt sind auch Garagen, Dachböden, Bücherregale oder Vorhänge. An der geeigneten Baustelle werden aus den Lehmklümpchen die tonnenförmigen, einen Zentimeter breiten und zwei Zentimeter langen Brutzellen „gemauert“. Bis zu zwei Tage kann der Bau eines elliptischen Tönnchens dauern.

    Dann geht die Wespe auf die Jagd. Im Zickzackflug sucht sie nach Spinnen , die sie mit einem Giftstich lähmt und dann in die Brutzelle stopft. Bis zu 15 Spinnen können in eine Brutzelle passen. Nach der Eiablage wird die Brutzelle mit einem Deckel verschlossen. Aus dem Wespen-Ei schlüpft dann eine Larve, die die gelähmten Spinnen bei lebendigem Leib verzehrt. Nach mehreren Häutungen verpuppt sich die Larve. Nach der Puppen-ruhe ab Mai schlüpft die fertige Wespe aus.
    Die Mauerwespe kann zwar stechen, sie tut dies aber nur, wenn man sie drückt oder reizt. Außer-dem flieht sie eher vor den Menschen als anzugreifen.
    Es gibt also keinen vernünftigen Grund, Mauerwespen zu töten. Und die Tönnchen am Vorhang oder Bücherregal? Nicht zerstören und einfach warten bis im nächsten jahr die Wespen schlüpfen.
    Wer Mauerwespen oder ihre Brutzellen entdeckt, der möge dies bitte der BUND Ortsgruppe melden.