Der Veranstalter ist die Amphibienschutzgruppe (Naturtreff Grötzingen)
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Der Veranstalter ist die Amphibienschutzgruppe (Naturtreff Grötzingen)
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Berlin, 19. Dezember 2022. foodwatch hat Bundesagrarminister Cem Özdemir einen unverantwortlichen Umgang mit Pestizid-Neuzulassungen vorgeworfen. Recherchen der Verbraucherorganisation zeigen: Das von Özdemir geführte Bundeslandwirtschaftsministerium hat allein in diesem Jahr 150 neue Pestizid-Mittel zugelassen – obwohl einige dieser Mittel riskante Wirkstoffe enthalten, bei denen teilweise seit Jahren die Sicherheitsüberprüfung auf EU-Ebene verschleppt wird. Darunter sind zum Beispiel mehrere Insektengifte und ein hochgefährliches Pilzmittel, das den Stoff Dimethomorph enthält. Dieses Pestizid kann laut Europäischer Chemikalienagentur (ECHA) die Fruchtbarkeit bei Menschen beeinträchtigen. foodwatch forderte Cem Özdemir auf, alle Pestizide, die keine abgeschlossene EU-Risikobewertung haben, in Deutschland sofort vom Markt zu nehmen.
„Das Ministerium von Cem Özdemir winkt die Zulassung von gefährlichen Pestizid-Mitteln einfach durch, obwohl eine abschließende Sicherheitsprüfung durch die EU fehlt. Der Grünen-Minister gefährdet die Gesundheit von Verbraucher:innen und treibt das Bienen- und Insektensterben voran. Dänemark zeigt, wie es besser geht: Dort ist nur rund die Hälfte aller Pestizid-Wirkstoffe zugelassen, die in Deutschland erlaubt sind“, sagte Annemarie Botzki von foodwatch.
Die Verbraucherorganisation startete unter foodwatch.org/ungepruefte-pestizide eine E-Mail-Protestaktion an Cem Özdemir. Die Forderung: Alle Pestizid-Mittel ohne aktuelle Risikobewertung durch die EU müssen in Deutschland sofort verboten werden. Langfristiges Ziel müsse eine pestizidfreie Landwirtschaft sein, so foodwatch. (mehr …)

Dies ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage, die vom Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft und dem Umweltinstitut München in Auftrag gegeben wurde. Beide Organisationen fordern ein Sofortverbot der Pestizide, die sich hauptsächlich über die Luft verbreiten. Das massive Insektensterben hat offensichtlich weite Teile der Bevölkerung zum Umdenken veranlasst.
Die Menschen sorgen sich um ihre Gesundheit und um die Natur. Denn Glyphosat und andere Pestizide wurden überall in Deutschland fernab von den Ackerflächen, auf denen sie eingesetzt waren, nachgewiesen.
Agrarministerin Julia Klöckner und Umweltministerin Svenja Schulze sollten deshalb unverzüglich handeln und mit dem Pestizidausstieg in Deutschland beginnen.
Siehe auch: Selbst im Leipziger Stadtgebiet sind Pestizidrückstände aus der Landwirtschaft nachweisbar
Die industrialisierte Landwirtschaft setzt weltweit Millionen Tonnen giftiger Pestizide ein.
Dadurch wird die globale Artenvielfalt geschädigt und ganze Ökosysteme in ihrer Funktion beeinträchtigt. Die Bestände von nützlichen Insekten wie Wildbienen, Fledermäuse und Vogelarten nehmen ab, Böden und Grundwasser sind mit diesen Umweltgiften belastet. Die menschliche Gesundheit wird in zunehmendem Maße beeinträchtigt.
Die Autoren zeigen die Gefährlichkeit der Pestizide auf. Sie berichten über erprobte Wege, wie die Weltbevölkerung auch ohne Pestizde ausreichend mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln versorgt werden kann. Weltweit gibt es immer mehr Länder, die zum Schutz von Mensch und Umwelt den Einsatz von Pestiziden verbieten.
Westend Verlag GmbH , Frankfurt/Main 2020
ISBN : 978-3-86489-294-3
Die Millionenklage
Unsere unten stehende Aktualisierung ist leider bereits wieder Makulatur: der Prozess gegen Karl Bär und das Umweltinstitut soll doch stattfinden!
Hohe Rechnungen und horrende Gerichtskosten sollen ihn und andere Kritiker*innen einschüchtern – bis sich keine*r mehr traut, Pestizid-Einsätze zu kritisieren. Wenn der Plan aufgeht, könnte der Angriff auf die Redefreiheit zum schaurigen Vorbild werden. Die öffentliche Kritik an Konzernen wird zum Kostenfaktor. 100.000 Euro mussten Karl Bär und das Umweltinstitut schon bis zum ersten Prozesstag aufbringen. „Alleine können wir diese Kosten nicht stemmen“, sagt er. „Das könnte uns ruinieren.“
Die Agrarlobby hat richtig viel Geld. Da können wir Umweltschützer*innen nicht mithalten.
Unsere Stärke: Wir sind viele. Wenn wir jetzt zusammenhalten, können wir es sogar mit der Lobby aufnehmen. Das funktioniert nur, wenn sich genug beteiligen.
Bitte erwägen Sie eine Spende hier: Spenden Sie für Redefreiheit!
Aktualisierung: Anzeigen gegen Pestizid-Kritiker zurückgezogen
Nachdem sich über 221.000 Menschen mit den Umweltschützern solidarisiert hatten hat der Südtiroler Landesrat Schuler die Anzeige gegen Karl Bär vom Umweltinstitut München und weitere Pestizid-Kritiker zurückgezogen!
Umweltschützer*innen mit horrenden Klagen mundtot machen – das geschieht europaweit immer häufiger. Ein besonders drastischer Fall wird jetzt in Südtirol entschieden. Weil sie den massiven Pestizideinsatz im Obstanbau kritisierten, droht Aktivist*innen eine Strafe in Millionenhöhe.
Mit der Kampagne „Pestizidtriol“ machte das Umweltinstitut 2017 auf den hohen Einsatz von Spritzmitteln im Südtiroler Obstbau aufmerksam. Im selben Jahr erschien das Buch „Das Wunder von Mals“ des Filmemachers Alexander Schiebel. Darin erzählt er die Geschichte des Dorfes Mals im Vinschgau, dessen BewohnerInnen sich per Bürgerentscheid zur ersten pestizidfreien Gemeinde Europas erklärt haben.
Der Südtiroler Landesrat für Landwirtschaft und damalige stellvertretende Landeshauptmann Arnold Schuler begegnete der Kritik am Pestizideinsatz mit Strafanzeigen wegen übler Nachrede gegen unseren Agrarexperten Karl Bär und gegen Alexander Schiebel. Über tausend Südtiroler LandwirtInnen schlossen sich den Anzeigen jeweils an. Nun hat die Staatsanwaltschaft beim Landesgericht Bozen Anklage erhoben.
Zur Seite Pestizidtriol des Umweltinstitut München e.V.
Zur Campact Unterschriften-Aktion Redefreiheit für Pestizid-Kritiker*innen
Film auf Youtube zum Thema