{"id":9573,"date":"2014-02-12T19:07:33","date_gmt":"2014-02-12T17:07:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bund-bretten.de\/?p=9573"},"modified":"2014-02-12T19:07:33","modified_gmt":"2014-02-12T17:07:33","slug":"der-naturnahe-gartenteich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cranky-ramanujan.37-218-254-106.plesk.page\/?p=9573","title":{"rendered":"Der naturnahe Gartenteich"},"content":{"rendered":"<p>In den vergangenen Jahrzehnten wurden in Baden-W\u00fcrttemberg unz\u00e4hlige Kleingew\u00e4sser trockengelegt, mit M\u00fcll aufgef\u00fcllt oder eingeebnet. Dadurch wurden vielerorts die Amphibienbest\u00e4nde dezimiert oder gar ganz ausgel\u00f6scht. Immer noch werden in unserem Land t\u00e4glich (!) mehrere Hektar Naturfl\u00e4che verbaut und damit Lebensr\u00e4ume vernichtet.<\/p>\n<p>Dem k\u00f6nnen Garten\u00adbesitzer teilweise entgegenwirken : Durch Anlegen eines Gartenteiches in einem naturnahen Garten.<br \/>\nRichtig angelegte Gartenteiche kosten wenig im Vergleich zu dem Wert, den sie f\u00fcr die Natur haben und im Vergleich zu der Freude, die sie ihren Besitzern bringen. Geben Sie einen Teil Ihres Gartens der Natur zur\u00fcck!<br \/>\n<!--more--><br \/>\nBevor Sie zum Spaten greifen, beachten Sie bitte folgende Hinweise:<\/p>\n<p><strong>Bauzeit:<\/strong> Ein Gartenteich sollte w\u00e4hrend der Vegetationsruhe, d. h. in der Zeit von November bis Februar angelegt werden, damit er beim Eintreffen der ersten Amphibien fertig\u00adgestellt ist.<\/p>\n<p><strong>Lage:<\/strong> Grundst\u00fccke au\u00dferhalb der Siedlungsfl\u00e4chen abseits vielbefahrener Stra\u00dfen sind f\u00fcr Amphibien besonders vorteilhaft. Aber auch in Ihrem Hausgarten k\u00f6nnen Sie einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten. W\u00e4hlen Sie eine (zumindest teilweise) sonnige Gartenecke aus, da Wasserpflanzen und Wassertiere in warmem Wasser besser gedeihen.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00f6\u00dfe:<\/strong> Beliebig; abh\u00e4ngig von der Gartengr\u00f6\u00dfe. Mehrere kleine Teiche sind besser als ein gro\u00dfer.<\/p>\n<p><strong>Gestaltung:<\/strong> Legen Sie die Ufer flach an, damit Jungfr\u00f6sche den Teich verlassen k\u00f6nnen, V\u00f6gel baden und hinein\u00adgefallene Igel sich retten k\u00f6nnen. Um m\u00f6glichst vielen Arten einen Lebensraum zu geben, empfiehlt es sich, m\u00f6glichst viele verschiedene Tiefenzonen anzulegen, von der Flachwasserzone f\u00fcr Sumpfpflanzen bis zu einer frostsichern Wassertiefe von ca. 80 cm, die ein sicheres \u00dcberwintern erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><strong>Abdichtung:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p><strong>Folie:<\/strong> Es gibt spezielle UV-stabilisierte Teichfolien im Handel. Diese m\u00fcssen auf ein 5 cm starkes Sandbett verlegt werden. Zum Schutz vor M\u00e4usefra\u00df an der Folie sollte engmaschiger Maschendraht ganzfl\u00e4chig untergelegt werden.<\/p>\n<p><strong>Beton:<\/strong> Beton wird erst nach dem Auftragen einer Schicht aus Dichtungsschl\u00e4mme (Baustoffhandel!) 100 % wasserdicht! Auf flache Ufer achten, bevor der Beton erh\u00e4rtet ist.<\/p>\n<p><strong>Fertigteiche:<\/strong> aus Kunststoffwannen sind wegen der oft fehlenden flachen Ufer weniger zu empfehlen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Wasserzufuhr:<\/strong> Es gen\u00fcgt eine einmalige Wasserf\u00fcllung, da bei unserem Klima die Niederschlagsmengen gr\u00f6\u00dfer sind als die m\u00f6gliche Verdunstung. Leichte Schwankungen des Wasserspiegels sind normal und brauchen nicht durch Nachf\u00fcllen ausge\u00adglichen werden. Ein Wasserzufluss ist also nicht not\u00adwendig!<\/p>\n<p><strong>Bepflanzung:\u00a0<\/strong>Nur wenige Pflanzen einsetzen! Keine gesch\u00fctzten Pflanzen aus der Natur entnehmen. Im Fachhandel einheimische Arten kaufen. Es gibt inzwischen einige Gartenteichbesitzer, so da\u00df ein Pflanzentausch o, \u00e4. sich sicher erm\u00f6glichen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>NIEMALS D\u00dcNGEN !<\/strong><\/p>\n<p>Die D\u00fcngung der Wasserpflanzen verursacht ein \u00fcber m\u00e4\u00dfiges Algenwachstum. Im Winter sterben die Algen ab. Dabei wird dem Wasser der Sauerstoff entzogen. Es kommt zur F\u00e4ulnis; alle Tiere verenden in der stinkenden Br\u00fche !<\/p>\n<p><strong>Umgebung:<\/strong> Zugang zum Teich nur an einer schmalen Stelle, damit die Tiere, die am Rande des Teiches leben, nicht zer\u00adtreten werden. Als Landlebensraum kann z. B. eine Wiese angelegt werden. Zum Naturteich geh\u00f6rt er Naturgarten mit Reisighaufen, vermoderndem Laub, Steinhaufen sowie einheimischen Straucharten.<\/p>\n<p><strong>Keine Fische einsetzen !<\/strong><\/p>\n<p>T\u00fcmpel sind Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Amphi\u00adbien. Durch Fischbesatz wurde schon mancher Amphibienbestand ausgerottet. Nicht nur die sog. Raubfische, die sogar ausge\u00adwachsene Amphibien fressen, sondern auch sog. Friedfische f\u00fcgen Amphibienbest\u00e4nden starken Schaden zu. Besonders die Karpfen\u00adartigen, zu denen auch die Goldfische geh\u00f6ren, fallen hier auf. Sie fressen Kaulquappen und Laich. Selbst Kleinfische wie Moder\u00adlieschen, Bitterling und Stichling spielen eine unerw\u00fcnschte Rolle. Gerade in Kleingew\u00e4ssern kann sich Fischbesatz also katastrophal auf die Amphibienbest\u00e4nde auswirken.<\/p>\n<p><strong>Keine Amphibien einsetzen !<\/strong><\/p>\n<p>Auf Selbstbesiedelung, die oft rasch erfolgt, warten. Das Umsetzen von Amphibien bzw. Laich ist nach Bundesnaturschutzgesetz verboten und fast immer sinnlos da Amphibien im allgemeinen sehr fr\u00fch &#8211; bei der Erdkr\u00f6te im Moment des Ablaichens &#8211; auf ihr Laichgew\u00e4sser gepr\u00e4gt werden und dieses dann immer wieder aufsuchen. Trotzdem kommt es oft zur Annahme von neuen Laichgew\u00e4ssern, weil die urspr\u00fcnglich vorhandenen verschwunden sind.<\/p>\n<p>Manche Amphibien nehmen neu entstan\u00addene Teiche auch spontan an, wenn diese in ihrem Revier liegen.\u00a0Das Aussetzen ausl\u00e4ndischer Arten ist verboten. Auch aus anderen Gr\u00fcnden mu\u00df davor dringend<\/p>\n<p>abgeraten werden. Entweder \u00fcberleben diese Tiere unseren Winter nicht oder sie entwickeln sich zur &#8222;\u00f6kologischen Bombe&#8220; wie der Ochsenfrosch, der Amphibien bis hin zum ausgewachsenen Grasfrosch frisst.<\/p>\n<p><strong>Schnaken:<\/strong> Im ersten Jahr k\u00f6nnen Schnakenlarven auftreten, die man notfalls mit einem engmaschigen Netz heraus fangen kann. Bereits im zweiten Jahr werden sie nahezu vollst\u00e4ndig von Molch- oder Libellenlarven, Wasserk\u00e4fern etc. gefressen. Libellen k\u00f6nnen \u00fcbrigens nicht stechen. Sie ern\u00e4hren sich von Kleininsekten (Schnaken usw.) die sie im Flug erbeuten.<\/p>\n<p>Wassertr\u00fcbung: Greifen Sie bei getr\u00fcbten Wasser niemals zu chemischen. Mitteln, da diese nie die Ursachen (zu viele N\u00e4hr\u00adstoffe) beseitigen k\u00f6nnen, sondern das gest\u00f6rte Gleichgewicht noch weiter beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<h2>Wir w\u00fcnschen Ihnen interessante Beobachtungen und viel Freude<\/h2>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen Jahrzehnten wurden in Baden-W\u00fcrttemberg unz\u00e4hlige Kleingew\u00e4sser trockengelegt, mit M\u00fcll aufgef\u00fcllt oder eingeebnet. Dadurch wurden vielerorts die Amphibienbest\u00e4nde dezimiert oder gar ganz ausgel\u00f6scht. Immer noch werden in unserem Land t\u00e4glich (!) mehrere Hektar Naturfl\u00e4che verbaut und damit Lebensr\u00e4ume vernichtet. Dem k\u00f6nnen Garten\u00adbesitzer teilweise entgegenwirken : Durch Anlegen eines Gartenteiches in einem naturnahen Garten. 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