Autor: Matzen

  • Buchtipp: DAS GIFT UND WIR

    Die industrialisierte Landwirtschaft setzt weltweit Millionen Tonnen giftiger Pestizide ein.
    Dadurch wird die globale Artenvielfalt geschädigt und ganze Ökosysteme in ihrer Funktion beeinträchtigt. Die Bestände von nützlichen Insekten wie Wildbienen, Fledermäuse und Vogelarten nehmen ab, Böden und Grundwasser sind mit diesen Umweltgiften belastet. Die menschliche Gesundheit wird in zunehmendem Maße beeinträchtigt.
    Die Autoren zeigen die Gefährlichkeit der Pestizide auf. Sie berichten über erprobte Wege, wie die Weltbevölkerung auch ohne Pestizde ausreichend mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln versorgt werden kann. Weltweit gibt es immer mehr Länder, die zum Schutz von Mensch und Umwelt den Einsatz von Pestiziden verbieten.

    Westend Verlag GmbH , Frankfurt/Main 2020
    ISBN : 978-3-86489-294-3

  • Die Mauerassel (Oniscus asellus)

    Nützlicher Krebs in Wald und Garten

    Nicht nur in den Wäldern von Bretten und Umgebung, sondern auch unter Steinen, in Komposthaufen und manchen Kellern, überall dort, wo es feucht und dunkel ist, kann man die Mauerassel (Oniscus asellus)finden.

    Der Körper dieser Tiere, der gut 15 Millimeter Länge erreichen kann, ist abgeflacht, bräunlich gefärbt mit hellen Flecken. Das zweite Fühlerpaar ist lang und gut sichtbar. Die Fühlerspitze ist, im Gegensatz zur ähnlichen Kellerassel, dreigliedrig. Dagegen ist das erste Fühlerpaar nur winzig klein und selbst mit einer Lupe nur schwer zu erkennen.

    Asseln sind Krebstiere
    Ihre Vorfahren lebten noch vor Millionen Jahren im Meer. Im Laufe der Evolution haben sie das Wasser verlassen und sind zum Landleben übergegangen.Ihre Atmungsorgane, mit denen der lebensnotwendige Sauerstoff aufgenommen wird, erinnern noch an ihre Vorfahren. Die Mauerassel atmet noch mit Kiemen, die sich an der Körperunterseite, unter dünnen Hautplättchen verborgen, befinden. Auch die Fortpflanzung weist auf die Abstammung von ursprünglich im Meer lebenden Tieren hin: Die Weibchen legen ein paar Dutzend Eier in einen mit Wasser gefüllten Brutbeutel an der Körperunterseite ab. Hier können sich die Eier gut geschützt zu Jungtieren entwickeln.

    Die Mauerasseln ernähren sich hauptsächlich von abgestorbenen Pflanzen und vermoderndem Holz. Auch Insekteneier und Tierkadaver werden nicht verschmäht.
    Sie bevorzugen weiches Futter, das leicht zu zerkauen ist. Deshalb fressen die Mauerasseln von Blättern nur die weichen Bestandteile . Die härteren Blattrippen werden nicht angerührt. Selbst der Kot wird nochmals gefressen und verdaut. Dadurch werden auch die letzten Nährstoffe noch verwertet. Der krümelige Kot enthält viel Humus, wodurch die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht wird. Deshalb können sich Gartenbesitzer freuen, wenn diese nützlichen kleinen Helfer im Komposthaufen die Gartenabfälle in fruchtbaren Humus verwandeln.

    Da die Mauerassel auch in Höhlen vorkommt, wurde sie vom Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher zum Höhlentier des Jahres 2020 gewählt.

  • B 294 Südwesttangente Ortsumfahrung Bretten

    Bild: Google Maps
    Gemeinsame Stellungnahme, erarbeitet durch den BUND Bretten, der nach § 63 BNatSchG sowie § 3 Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz anerkannten Verbände:

    Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Baden-Württemberg e. V.
    Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e. V. (LNV)
    B 294 Südwesttangente Ortsumfahrung Bretten Scoping-Verfahren
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  • Pestizidrebellen vor Gericht

    Die Millionenklage
    Unsere unten stehende Aktualisierung ist leider bereits wieder Makulatur: der Prozess gegen Karl Bär und das Umweltinstitut soll doch stattfinden!
    Hohe Rechnungen und horrende Gerichtskosten sollen ihn und andere Kritiker*innen einschüchtern – bis sich keine*r mehr traut, Pestizid-Einsätze zu kritisieren. Wenn der Plan aufgeht, könnte der Angriff auf die Redefreiheit zum schaurigen Vorbild werden. Die öffentliche Kritik an Konzernen wird zum Kostenfaktor. 100.000 Euro mussten Karl Bär und das Umweltinstitut schon bis zum ersten Prozesstag aufbringen. „Alleine können wir diese Kosten nicht stemmen“, sagt er. „Das könnte uns ruinieren.“
    Die Agrarlobby hat richtig viel Geld. Da können wir Umweltschützer*innen nicht mithalten.
    Unsere Stärke: Wir sind viele. Wenn wir jetzt zusammenhalten, können wir es sogar mit der Lobby aufnehmen. Das funktioniert nur, wenn sich genug beteiligen.
    Bitte erwägen Sie eine Spende hier: Spenden Sie für Redefreiheit!

    Aktualisierung: Anzeigen gegen Pestizid-Kritiker zurückgezogen
    Nachdem sich über 221.000 Menschen mit den Umweltschützern solidarisiert hatten hat der Südtiroler Landesrat Schuler die Anzeige gegen Karl Bär vom Umweltinstitut München und weitere Pestizid-Kritiker zurückgezogen!

    Umweltschützer*innen mit horrenden Klagen mundtot machen – das geschieht europaweit immer häufiger. Ein besonders drastischer Fall wird jetzt in Südtirol entschieden. Weil sie den massiven Pestizideinsatz im Obstanbau kritisierten, droht Aktivist*innen eine Strafe in Millionenhöhe.
    Mit der Kampagne „Pestizidtriol“ machte das Umweltinstitut 2017 auf den hohen Einsatz von Spritzmitteln im Südtiroler Obstbau aufmerksam. Im selben Jahr erschien das Buch „Das Wunder von Mals“ des Filmemachers Alexander Schiebel. Darin erzählt er die Geschichte des Dorfes Mals im Vinschgau, dessen BewohnerInnen sich per Bürgerentscheid zur ersten pestizidfreien Gemeinde Europas erklärt haben.

    Der Südtiroler Landesrat für Landwirtschaft und damalige stellvertretende Landeshauptmann Arnold Schuler begegnete der Kritik am Pestizideinsatz mit Strafanzeigen wegen übler Nachrede gegen unseren Agrarexperten Karl Bär und gegen Alexander Schiebel. Über tausend Südtiroler LandwirtInnen schlossen sich den Anzeigen jeweils an. Nun hat die Staatsanwaltschaft beim Landesgericht Bozen Anklage erhoben.
    Zur Seite Pestizidtriol des Umweltinstitut München e.V.
    Zur Campact Unterschriften-Aktion Redefreiheit für Pestizid-Kritiker*innen
    Film auf Youtube zum Thema

  • Migrantin aus dem Süden : Die Kräuseljagdspinne

    Sie hat sich in den letzten drei Jahrzehnten von den Mittelmeerländern über die Alpen bis zu uns in den Kraichgau ausgebreitet: Die Kräuseljagdspinne Zoropsis spinimana.
    Jetzt wurde ein Exemplar in einem Garten der Brettener Innenstadt entdeckt. Diese Spinne kann eine Körperlänge von fast zwei Zentimetern erreichen. Ihre ausgestreckten Beine haben eine Spannweite von bis zu fünf Zentimetern. Die Grundfärbung ist sehr variabel, von gelblich über grau bis zu dunkelbraun mit einer dunklen Zeichnung auf der Oberseite.
    An ihren Beinspitzen besitzt sie feine Haarbüschel mit mikroskopisch kleinen Hafthaaren mit bürstenartigen Enden. Damit kann sie mühelos an senkrechten Glaswänden hochklettern.

    Diese Spinne baut kein Fangnetz, obwohl sie Fäden produzieren kann. Diese Kräuselfäden werden zu einer Schutzhülle des Eigeleges, das bis zu hundert Eier enthalten kann, verwoben. Die Weibchen kümmern sich um ihren Nachwuchs. Sie bewachen den Eikokon mit den geschlüpften Jungspinnen.
    Ihre Beute, meistens Insekten, aber auch andere Spinnen, wird im Sprung blitzschnell überwältigt und durch einen Giftbiss getötet. Bei Berührung fühlt sich die Spinne bedroht und kann beißen.
    Ihr Biss ist zwar für Menschen ungefährlich, aber doch schmerzhaft. „Man lässt sie also besser in Ruhe“, empfiehlt Matthias Menzel vom BUND Bretten.

    Link : Naturkundemuseum Karlsruhe: Kräuseljagdspinnen – Neuankömmlinge bei uns