Autor: Matzen

  • Steckbrief: Schmetterlingsmücke

    In Bädern und Toiletten zu Hause
    Dieser Beitrag ist ein Update zu unserem Steckbrief von 2014

    Mit ihren dachförmig auf dem Rücken liegenden Flügeln erinnern die Schmetterlingsmücken
    an kleine Nachtfalter. In Brettener Wohnungen tauchen sie immer wieder auf. Meist sitzen sie im Bad auf den Kacheln Wänden, Tapeten oder Gardinen. Doch wo kommen sie her? Von den Bewohnern unbemerkt legen sie ihre Eier in die Abläufe von Waschbecken oder Abwasserrohren.
    Ihre schlanken Larven ernähren sich dort etwa zwei Wochen lang vom schleimigen Bakterienbelag. Nach der Verpuppung schlüpfen dann die Fliegen. Im vergangenen Sommer hat die Hitze die Entwicklung beschleunigt und zum vermehrten Auftreten der Schmetterlingsmücken geführt.
    In beheizten Gebäuden können sich diese Insekten das ganze Jahr über fortpflanzen. Bei Massenauftreten werden sie lästig, stechen können sie nicht. Da sie auch Krankheitserreger übertragen, müssen sie vor allem in Lebensmittel verarbeitenden Betrieben bekämpft werden. Um diese Lästlinge los zu werden, genügt es , Abläufe von Waschbecken, Badewannen, Duschen und Toiletten regelmässig gründlich zu reinigen.
    Die Mückenart Clogmia albipunctata, die auch als Gully- oder Abortfliege bezeichnet wird, stammt aus Südeuropa und hat sich offensichtlich, bedingt durch den Klimawandel, seit über einem Jahr-zehnt über ganz Europa verbreitet. In Deutschland gibt es etwa hundert verschiedene Arten. (gd)

    LINKS:
    Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

    BUND Insektenatlas PDF-Datei

  • Buchtipp : 102 Grüne Karten zur Rettung der Welt

    Mit 102 Karten werden globale Umweltprobleme anschaulich dargestellt.

      Wie viel Tropenwald verliert die Erde jedes Jahr?
      Wie viel der Erdoberfläche ist zubetoniert?
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      oder ist vor allem die Politik gefordert?

    Dieses informative Buch liefert liefert Fakten für Diskussionen.

    ISBN 978-3-518-47083-1 Suhrkamp Verlag Berlin 2020 22 Euro

  • Flucht vor Hitze und Trockenheit

    In Trockenstarre durch den Sommer

    Spaziergänger entdecken sie nur selten, obwohl sie in Bretten und Umgebung gerne sonnige Böschungen und Straßenränder besiedelt: Die Gemeine Heideschnecke (Helicella itala).
    Ihr Gehäuse mit einem Durchmesser bis zu zweieinhalb Zentimeter ist scheibenförmig flach, hell, mit braunen, variablen Bändern. Dort, wo sie optimale Lebensbedingungen vorfindet, kann diese Schnecke auch in zahlreichen Exemplaren vorkommen.

    Bevor es sommerlich heiß und trocken wird, klettern die Heideschnecken an Pflanzenstängeln hoch
    und verschließen die Mündung ihres Gehäuses zum Schutz vor Austrocknung mit einem Häutchen aus erhärtetem Schleim. So überstehen sie oft dicht gedrängt und ohne Nahrungsaufnahme die heißen Sommerwochen und warten auf den nächsten Regen.

    Auf diese Weise können sie auch längere Trockenperioden überdauern, weil schon wenige Zentimeter über dem Boden die Temperaturen niedriger sind. In der Bundesrepublik Deutschland ist diese Schneckenart als gefährdet eingestuft. Sie wurde von der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft (DMG) zum Weichtier des Jahres 2019 gewählt.

  • Massiver Eingriff in Streuobstwiesen geplant – BUND nimmt Stellung

    Gegenstand der Stellungnahme: Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) 2005 der Verwaltungsgemeinschaft Bretten-Gondelsheim für die Darstellung einer gewerblichen Baufläche (Industriegebiet Gölshausen VII, Abschnitt im Bereich „Herrgottsäcker“), Gemarkung Bretten-Gölshausen.
    Die vorgesehene FNP-Änderung würde ein Streuobstwiesenbestand von insgesamt 2,8 ha mit einem Flächenverlust von 2,4 ha maßgeblich zerstören. Nach dem am 22. Juli 2020 vom Landtag BW beschlossene „Gesetz zur Änderung des Naturschutzgesetzes und des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes“ sind Streuobstbestände ab einer Mindestfläche von 1.500 m² zu erhalten.

    Anbei unsere Stellungnahme:
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  • Seltener Fund in Bretten

    Vom Aussterben bedrohte Käferart

    Der bis zu fünf Zentimeter große Käfer zählt zu den größten Käfern Mitteleuropas und ist leicht zu erkennen. „Die ersten Glieder seiner körperlangen Fühler weisen eine körnige Struktur auf. Daher der Name Körnerbock (Aegosoma scabricorne)“, erklärt Hans-Georg Leonhardt vom BUND Bretten.
    Dieser Bockkäfer ist in Mittel- und Südeuropa weit verbreitet, aber sehr selten. In Deutschland ist er vom Aussterben bedroht. Deshalb steht er auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. In Baden-Württemberg kommt er nur noch an wenigen Standorten in der Oberrheinischen Tiefebene vor.
    Die nachtaktiven Käfer fliegen in der heißesten Zeit des Jahren. Tagsüber verstecken sie sich bevorzugt auf ihren Brutbäumen. Als Lebensraum benötigen sie Buchenwälder und Streuobst-wiesen mit Apfelbäumen und anderen Baumarten wie Kastanien, Weiden oder Pappeln. Dabei sind sie auf das Totholz besonders frisch abgestorbener Bäume angewiesen, in denen sich ihre Larven entwickeln. Der 2000 Hektar große Brettener Stadtwald mit seinem hohen Anteil von Totholz kommt den hohen Ansprüchen dieses Käfers – ein Urwaldrelikt – entgegen.

    „Unser Gemeindewald hat einen Totholzanteil von mehreren Tausend Festmetern mit vielen Biotop- und Altbäumen. Damit sichern wir den Bestand vieler gefährdeter Käferarten“, betont Ewald Kugler von der Forstverwaltung. „Wer einzelne abgestorbene Obstbäume stehen lässt, kann so ebenfalls einen Beitrag zum Schutz von Totholzkäfern leisten“, appelliert Gerhard Dittes, der BUND-Vorsitzende, an die Besitzer von Streuobstwiesen. Der Fund dieses seltenen Käfers wurde der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) gemeldet.

    Verbreitungskarte und Informationen der FVA