Autor: Matzen

  • Schutz der Wildbienen:
    Paula Breitschwerdt mit Karl-von-Frisch-Preis ausgezeichnet

    Prof. Dr. Martin Hasselmann von der Universität Hohenheim überreicht Paula Breitschwerdt Urkunde und Buchpräsent.
    Der Landesverband Baden-Württemberg für Biowissenschaften und Biomedizin (VBio) verleiht jährlich den Karl-von-Frisch-Preis an Abiturienten mit sehr guten Noten im Fach Biologie sowie für herausragende selbstständige Schülerleistungen. Beim Landesbiologentag an der Universität in Hohenheim wurde jetzt die Brettener Abiturientin Paula Breitschwerdt mit diesem besonderen Preis ausgezeichnet.

    Paulas Interesse für die Biologie zeigte sich schon früh in ihrer Schullaufbahn. So nahm sie regelmäßig und mit viel Freude an der schuleigenen Biologie-AG teil und unterstützte die Fachschaft Biologie des Melanchthon-Gymnasiums bis zuletzt bei der Viertklässler- informationsveranstaltung.

    Darüber hinaus unterstützt Paula, dem Namenspatron des Preises folgend, schon seit vielen Jahren die BUND-Ortsgruppe Bretten bei zahlreichen Wildbienenprojekten. Dabei investiert sie viel Zeit in den Bau von Nisthilfen und hilft bei zahlreichen Informationsveranstaltungen, wie z.B. dem Brettener Naturerlebnistag oder dem Gartenmarkt, um auf die große Bedeutung der Wildbienen als unverzichtbare Bestäuber unserer Kulturlandschaft hinzuweisen.

    Bei der Preisverleihung überreichte Prof. Dr. Martin Hasselmann der Abiturientin eine Urkunde und ein Buchpräsent.

  • Klimawandel im Kraichgau, Teil 2

    Gottesanbeterin und Indisches Springkraut
    „Zuerst war ich erschrocken als ich dieses seltsame Tier neben meiner Haustür sitzen sah“, berichtet eine Frau aus einem Brettener Ortsteil. Mit dem großen dreieckigen Kopf und dolchartigen Fangbeinen sieht dieses Insekt wirklich furchterregend aus. Doch diese Gottesanbeterin ist für den Menschen völlig harmlos wie ein herbeigerufener Mitarbeiter des BUND Bretten feststellte. Aber wie kam dieses Insekt nach Bretten?
    Ursprünglich war die Gottesanbeterin nur am sonnenverwöhnten Kaiserstuhl beheimatet. Doch vor einigen Jahren tauchten dann in Bretten die ersten Exemplare auf. Die zunehmenden Temperaturen des Klimawandels hatten diesem Tier den Weg nach Bretten ermöglicht. Inzwischen ist die Gottesanbeterin in Bretten und Umgebung heimisch geworden. Dies belegen Funde von Paarungen und Eigelegen.

    Ebenfalls vom Klimawandel begünstigt wird die Ausbreitung des Indisches Springkrautes entlang von Bächen oder schattigen Waldwegen. Diese, aus Indien stammende, Zierpflanze wurde im 19.Jahrhundert in Europa eingebürgert. Sie wird bekämpft, weil sie einheimische Pflanzen verdrängt. Allerdings produzieren die Blüten große Mengen von stark zuckerhaltigem Nektar. Deshalb werden sie von den Brettener Bienen und Hummeln besonders gerne besucht.

  • Klimawandel im Kraichgau, Teil 1

    Inzwischen gehören sie zu den regelmäßigen Meldungen im Fernsehen und in den Zeitungen:
    Berichte über Stürme , Dürren und Überflutungen. Wirbelstürme wüten über den Karibischen Inseln und den USA, Flüsse wie Elbe und Oder überfluten immer öfter weite Landstriche, und tief gelegene Länder wie Bangladesch ertrinken durch den ansteigenden Meeresspiegel. Gewaltige Sachschäden, Verlust von Existenzgrundlagen und unzähligen Menschenleben sind bei diesen Naturkatastrophen zu beklagen. Dies sind die Folgen des Klimawandels, von denen auch wir im Kraichgau betroffen sind.

    Erinnern Sie sich an den Sturm Lothar an Weihnachten 1999 und an die Hochwässer in den Jahren 2013, 2015 und 2016 in Bretten? Zum Glück kamen Menschen nicht zu Schaden, aber die Sachschäden waren hoch. Unwetter hat es zwar schon immer gegeben, aber ihre Häufigkeit und Heftigkeit hat zugenommen. Woran kann das liegen?

    Die Atmosphäre enthält neben Sauerstoff und Stickstoff Spuren von sogenannten Treibhausgasen wie Kohlendioxid und Methan. Diese verhindern, dass die eingestrahlte Sonnenenergie nicht mehr vollständig ins Weltall zurückgeworfen wird . Dadurch steigt die globale Temperatur der Luft an. Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf und damit mehr Energie aufnehmen. Dies führt zu heftigeren Stürmen und heftigeren Niederschlägen.
    Höhere Temperaturen führen zu einer Verschiebung der Klimazonen und beeinträchtigen regionale Wetterabläufe, Wetterextreme nehmen zu. Dürreperioden und Starkniederschläge machen der Landwirtschaft immer mehr zu schaffen, die Ernteerträge werden unsicher.

    Zu dieser Entwicklung hat der Mensch sein „gerüttelt Maß“ beigetragen. Seit der industriellen Revolution werden Kohle, Erdöl und Ergas zur Energiegewinnung verbrannt. Dabei werden zwangsläufig gewaltige Mengen Kohlendioxid freigesetzt, der Treibhauseffekt wird verstärkt und die Temperaturen steigen.

    Auch im Kraichgau hat sich dieser Klimawandel längst bemerkbar gemacht: Schwülheiße Tropennächte im Hochsommer und milde Winter sind häufiger, Frühblüher entfalten schon im Herbst ihre Blüten, und wärmeliebende Insekten, die es bislang im Kraichgau nicht gab, sind heimisch geworden. Im Weinbau halten neue Rebsorten Einzug. Kulturpflanzen, die mehr Trockenheit vertragen, werden künftig auf den Äckern angebaut.

  • Fünf-Punkte-Plan gegen das Artensterben

    Brettener BUND auf dem richtigen Weg

    Unter dem Motto „Schmetterlinge bald nur noch im Bauch: Erst sterben die Insekten – und dann?“ veranstalteten die Umweltakademie Baden-Württemberg, die Universität Hohenheim und der Verband der Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin e.V. (Vbio) den dritten landesweiten Biodiversitätsgipfel. Dabei zeigte sich, dass die BUND-Ortsgruppe Bretten mit ihren Projekten zum Schutz der Wildbienen auf dem richtigen Weg ist.

    Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie belegt einen Insektenrückgang von mehr als 70 Prozent bei Schmetterlingen, Käfern, Bienen, Wespen und anderen Insekten innerhalb weniger Jahrzehnte, verursacht durch die Vernichtung von Lebensräumen, durch neue Wohn- und Gewerbegebiete und die intensive industrielle Landwirtschaft mit Monokulturen und giftigen Pestiziden.

    Um dem Artensterben entgegen zu wirken, stellten die Experten einen Fünf-Punkte-Plan vor. Dabei spielt die Umweltbildung eine wichtige Rolle. Neben der Vermittlung von Artenkenntnis müssen Kinder für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur sensibilisiert werden. Dies könne etwa am Beispiel der Wildbienen mit ihren vielfältigen Lebensweisen, ihrer effektiven Bestäuber-funktion, Gefährdungsursachen und geeigneten Schutzmaßnahmen realisiert werden. Dazu hat der BUND Bretten zusammen mit dem Melanchthon-Gymnasium ein Projekt zum Schutz der Wildbienen erfolgreich durchgeführt.

    Da eine der wichtigsten Ursachen des Insektensterbens auf die Intensivierung der Landwirtschaft zurückzuführen ist, müsse deshalb der Flächenanteil des ökologischen Landbaus auf mindestens 50 Prozent angehoben werden. Die Strukturvielfalt in der Landschaft muss wieder hergestellt werden durch Hecken, mehrjährige Blühstreifen und Wildbienenweiden. Landwirtschaftliche Betriebe mit kleineren Anbauflächen sollten stärker als große unterstützt werden. Die Förderung der Biodiversität durch die Landwirtschaft muss bei den Agrarsubventionen stärker berücksichtigt werden. Ein langfristiges Biodiversitäts-Monitoring ist zu etablieren, weil ohne Daten über die Artenvielfalt keine Probleme erkannt und wirkungsvolle Schutzmaßnahmen durchgeführt werden können.

    Mehr Infos unter: „Landesbiologentag 2018: Fünf-Punkte-Plan gegen das Artensterben“

  • Wildbienenschützer ausgezeichnet


    Sie waren immer interessiert, fleißig und sehr zuverlässig: Lotta, Daniel, Paula und Fabienne, Schüler des Brettener Melanchthon-Gymnasiums. (von links nach rechts)

    „Seit der sechsten Klasse bis zum Abitur habt ihr euch in der Biologie-AG engagiert und für den Schutz der Wildbienen eingesetzt“ , lobt die Biologielehrerin Annika Hoffmann ihre Schüler. Sie hatten nicht nur während der Schulzeit, sondern auch in den Ferien zuverlässig die Tiere im „Zoo“ des MGB versorgt. Mit großer Begeisterung hatten sie in den vergangenen Jahren, gemeinsam mit dem BUND Bretten, das Projekt zum Schutz der Wildbienen tatkräftig und in vielfältiger Weise unterstützt: Bei Infoständen auf dem Marktplatz, im Supermarkt oder beim Naturerlebnistag im Brettener Saatschulgebäude. „Ihr habt dazu beigetragen, dass unsere Bemühungen zum Schutz der Wildbienen von NatureLife International ausgezeichnet wurde“, betonte Gerhard Dittes, der Vorsitzende des BUND Bretten.

    Zum Dank überreichte Annika Hoffmann den Schülern Buchpräsente.