Autor: Matzen

  • Steckbrief: Winterling Eranthis hyemalis

    Dieses Hahnenfußgewächs blüht zwischen Januar und März (Name). Die Blüten dieser bis zu 20 Zentimeter hohen Pflanze, bestehen aus sechs bis acht gelbglänzenden Blättern. Neben den Staubblättern gibt es mehrere röhrenförmige Nektarblätter. Diese liefern den Blüten besuchenden Wildbienen und Hummeln Nektar und Pollen. Die Blüten sind nur bei Sonnenschein und warmen Tagen geöffnet. Der giftige Winterling stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet, wurde aber bereits im 16. Jahrhundert bei uns in Gärten und Parks kultiviert. Im Raum Bretten ist er in Vorgärten, Heckengebieten und Weinbergen anzutreffen.

  • Steckbrief: Mauerspinne Dictyna civica

    „Erst vor ein paar Jahren habe ich meine Hauswände neu streichen lassen. Jetzt sind diese schon wieder mit dunklen, fast schwarzen, watteartigen Flecken übersät. Die Renovierung meiner Hausfassade war für die Katz!“, so ein betroffener Hausbesitzer. Schlimmer noch: Die Suche nach dem Verursacher dieser Fassadenverschmutzung bleibt ohne die Benutzung einer Lupe meist erfolglos.
    Verursacher dieser Verschmutzung ist eine ca. drei Millimeter kleine Spinne, die sich in den Unebenheiten des Verputzes versteckt: Die Mauerspinne (Ditynia civica) aus der Familie der Kräuselspinnen. Sie lebt an Hauswänden. Hier baut sie aus feinen Kräuselfäden ihre flachen Fanggespinste, die einen Durchmesser von einer Euromünze bis sogar Handtellergröße erreichen. Da diese Netze nicht erneuert werden, färben sie sich durch abgelagerten Staub mit der Zeit immer dunkler. Besonders auf hellen Hausfassaden fallen dann die zahlreichen dunklen Flecken auf. Verstaubte Netze sind funktionslos. Deshalb müssen immer wieder neue gesponnen werden.

    Die Mauerspinnen als eifrige Insektenvertilger sind sehr nützlich. „Die Vielzahl ihrer Netze an Hauswänden wirken wie großflächige Fliegenfänger, in denen Hunderte von lästigen Fluginsekten gefangen werden“, stellt Gerhard Dittes vom BUND Bretten fest.
    Schon in den 50-er Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte sich die Mauerspinne in den wärmebegünstigten Gebieten Deutschlands ausgebreitet. Hier besiedeln sie Mauern und Hauswände in Dörfern und Städten. Auch in der Brettener Innenstadt sind zahlreiche Gebäude wie die Stadtparkhalle betroffen.

    Link: Spinnennetze an Fassaden

  • Die Bunthummel ist „Wildbiene des Jahres 2016“

    Die Bunthummel (Bombus sylvarum) wurde früher unzutreffend auch als Waldhummel bezeichnet, obwohl sie in Wäldern nicht vorkommt. Man kann sie an Waldrändern, Streuobstwiesen, Trockenrasen und Gärten antreffen. Von April bis Oktober ist sie auf Futtersuche. Bei der Auswahl ihrer Nahrungspflanzen ist sie nicht wählerisch. Blühende Obst- und Kastanienbäume werden bevorzugt besucht. Dabei fliegt sie auffällig hastig von Blüte zu Blüte. „Auch am blühenden Lavendel in unseren Vorgärten kann die Bunthummel beobachtet werden“, berichtet der Brettener Naturfotograf Hans-Georg Leonhardt. Die Bunthummel ist an der Brustoberseite zwischen graugelben Borsten schwarz gefärbt.
    Im Frühjahr verlassen die im Boden überwinternden Königinnen der Bunthummel ihr Winterversteck und suchen sich einen geigneten Nistplatz. Das Hummelnest kann sowohl unterirdisch in Mäusegängen als auch oberirdisch unter Grasbüscheln angelegt werden. In selbstgefertigte Brutzellen legt sie Eier. Die ausschlüpfenden Larven werden mit Nektar und Pollen gefüttert.Nach etwa vier Wochen schlüpfen dann die jungen Arbeitshummeln. In ihrem bis zu zwölf Wochen dauernden Leben besuchen sie Blüten und versorgen weitere Nachkommen mit Futter. Im Herbst sterben alle Hummeln des bis zu 150 Individuen zählenden Volkes ab. Nur die Königinnen überwintern.
    „Hummeln sind wichtige Bestäuber unserer Kulturpflanzen. Wegen ihres dicken Pelzes können diese Insekten auch an kalten Frühlingstagen Blüten im Brettener Umland bestäuben“, betont Matthias Menzel vom BUND Bretten. Die Bunthummel steht bereits auf der Vorwarnliste für gefährdete Wildbienen. Das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ hat die Bunthummel für 2016 ausgewählt.

    Link: www.wildbienen-kataster.de

  • Steckbrief: die Schneebeere (Symphocarpos rivularis)

    Dieser Strauch stammt aus Nordamerika hat sich bei uns seit Beginn des 20. Jahrhunderts eingebürgert. Seine gegenständigen Laubblätter sind oben dunkelgrün auf der Unterseite blaugrün. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September. In dieser Zeit liefern die unscheinbaren Blüten reichlich Nektar und locken damit zahlreiche Insekten wie Bienen und Schwebfliegen an. Die weißen Steinfrüchte („Knallerbsen“) erscheinen von September bis Oktober. Die Schneebeere wird außerdem in der Liste geeigneter Pflanzen für vogelfreundliche Hecken und Sträucher empfohlen.
    Hinweis aus Wikipedia: „Die Giftzentrale der Universität Bonn stuft die Art als giftig ein und gibt als Symptom Brechdurchfall an. Bei kleinen Mengen (drei bis vier Beeren) kommt es meist zu keinen Symptomen, bei größeren Mengen kommen Darmbeschwerden, Fieber und Müdigkeit vor.“

  • Der Feuersalamander ist „Lurch des Jahres 2016“

    „ Die Landsalamander sind dumme, träge Thiere , die nur bei trübem oder nassem Wetter, sich aus ihren Erdhöhlen weit hinaus ins Freie wagen. Man hat ihnen nachgesagt, dass sie im Feuer leben könnten.“

    Diese Behauptung steht in einem Lehrbuch der Naturgeschichte aus dem Jahre 1834. Heute, fast zwei Jahrhunderte später, erinnert lediglich der Name „Feuer“-Salamander noch an diesen Aberglauben. Damals war dieser Lurch auch auf der Brettener Gemarkung noch weit verbreitet. Durch Verlust und die Zerschneidung vieler seiner ursprünglichen Lebensräume durch Straßen sowie den Einsatz von Pestiziden hat sein Bestand abgenommen. Um die noch vorhandenen Restpopulationen zu erhalten, hat der BUND Bretten in den letzten 30 Jahren zahlreiche Laichgewässer renaturiert und an geeigneten Stellen neue angelegt.

    „Ohne diese Tümpel und den Bau von Schutzeinrichtungen an Straßen gäbe es die Salamander in manchen Bereichen schon längst nicht mehr“, stellt Matthias Menzel vom BUND Bretten fest.

    Feuersalamander leben bevorzugt in Laubwäldern und sind durch ihre individuelle schwarz-gelbe Zeichnung unverwechselbar. Sie können bis zu 20 Zentimeter Körperlänge erreichen und 20 Jahre alt werden. In regnerischen warmen Frühlingsnächten suchen die Weibchen ihre Laichgewässer, flache Tümpel oder Quellbäche, auf. Hier setzen sie ihre fertig entwickelten, nur wenige Zentimeter großen und sofort schwimmfähigen Larven ab.
    Diese ernähren sich von im Wasser lebenden Kleintieren und deren Larven. Im Laufe des Sommers färben sich die Larven gelb und schwarz. Dann verlassen die jungen Salamander ihr Laichgewässer. Eingegraben im frostsicheren Waldboden oder in Erdhöhlen überdauern sie den Winter.
    Wegen seiner starken Gefährdung wurde der Feuersalamander jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zum „Lurch des Jahres 2016“ gewählt.

    weitere Info’s :
    BUND Hessen
    Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde