Autor: Matzen

  • Steckbrief: Bernstein-Waldschabe Ectobius vittiventris

    Bernstein-Waldschabe
    Bernstein-Waldschabe
    Dieses Insekt kann bis zu eineinhalb Zentimeter lang werden. Der Halsschild ist am Rand durchsichtig und die Beine haben Dornen. Die dünnen Fühler können doppelte Körperlänge erreichen. Die Bernstein-Waldschabe ist, begünstigt durch die Klimaerwärmung, aus Südeuropa eingewandert. Im Raum Bretten kann man sie an Feldhecken und in Hausgärten finden. Nachts werden Lichtquellen wie Straßenlaternen und Terrassenbeleuchtungen angeflogen. Diese harmlose Schabe ernährt sich von abgestorbenen Pflanzenmaterial. In Gebäuden stirbt sie schon nach wenigen Tagen. Das abgebildete Exemplar wurde kürzlich von der BUND-Insektengruppe in der Brettener Innenstadt entdeckt.

  • Agrobiodiversitätsgipfel

    Die Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg hatte am 29.Oktober 2014 zum ersten bundesweiten Agrobiodiversitätsgipfel nach Bruchsal eingeladen.

    In den letzten Jahrzehnten hat die Entwicklung in der Landwirtschaft einerseits zu immer höheren Erträgen, andererseits aber zur Nutzung von immer weniger Kulturpflanzen-sorten geführt. Die Agrobiodiversität, also die Vielfalt von Nahrungspflanzen und Nutztierrassen, hat dabei dramatisch abgenommen.

    Nur wenn die genetische Vielfalt in der Lebensmittelproduktion erhalten wird, können Ertragsrisiken gemindert und hohe Erträge gesichert werden. Die wachsende Weltbevölkerung und der Klimawandel sind eine große Herausforderung für die globale Landwirtschaft. Neben Vorträgen zu diesem Thema wurden erfolgreiche Projekte zur Erhaltung gefährdeter Kulturpflanzen und Nutztiere vorgestellt: Die Zucht „Dunkler Honigbienen“, Dülmener Wildpferde, die Nutzung regionaler Getreidesorten am Bodensee, die Erhaltung vielfältiger Tomatensorten, der Alblinsen („Alb-Leisa“) und „Spitzkraut“ von den schwäbischen Fildern. Dabei war der Leitgedanke: “Schutz bedrohter Nutzpflanzen und Tierrasse durch Nutzung“.

    Ministerpräsident Kretschmann hat es kürzlich so formuliert : „Was nicht gegessen wird, wird vergessen“.

    An dieser Fachtagung der Umweltakademie waren beteiligt:

    Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen

    Dachverband Kulturpflanzen- und Nutzervielfalt e.V.

    ARCHE NOAH Gesellschaft zur Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt

    Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen e.V.

    Keyserlingk-Institut

    ProSpecieRara : Gemeinnützige Gesellschaft für die Kulturhistorische und genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren in Deutschland

  • Steckbrief: Edelkastanie (Castanea sativa)

    Dieser Baum aus der Familie der Buchengewächse kann eine Höhe von bis zu 30 Meter erreichen. Bei den über 20 Zentimeter langen, lanzettlichen Blättern ist die Oberseite glänzend dunkelgrün, die Unterseite blassgrün. Die Zähnchen am Blattrand sind spitz. Im Juni/Juli verströmen die Blüten einen typischen, intensiven, fischartigen Duft von Trimethylamin. Die Blüten werden von Insekten und vom Wind bestäubt. Die im Herbst reifenden Früchte sind von einem stacheligen Fruchtbecher umgeben.
    Diese Kastanien oder „Keschde“ wie sie auch genannt werden, sind stärke- und proteinhaltig. Für arme Bergbewohner (westlicher Schwarzwald, Odenwald, Tessin) waren sie noch bis vor wenigen Jahrzehnten ein überlebenswichtiges Nahrungsmittel.
    Auf der Brettener Gemarkung stehen nur wenige Esskastanienbäume. Die Früchte dieser „Parkbäume“ werden von der Bevölkerung aber nicht genutzt.

  • TV-Tipp

    medienWACHSTUM, WAS NUN?
    „Mehr Wachstum!“ wird in Zeiten von Wirtschafts-, Umwelt- und Finanzkrisen gefordert, denn die amerikanische Immer-mehr-Ideologie gilt als Garant für eine gesunde Ökonomie. Doch wie zeitgemäß ist dieser Mythos angesichts der weltweiten Ressourcenknappheit noch? Dieser Frage geht der Dokumentarfilm auf den Grund – und zeigt Alternativen auf, die sich bereits bewährt haben. Sehr sehenswert!
    Auf ARTE am Freitag, 07.11.14 um 8:55 Uhr und Samstag, 15.11.14 um 11:55 Uhr

  • Steckbrief: Widderchen oder Blutströpfchen (Zygaenidae)

    Steinbrech-Widderchen (Zygaena filipendulae)
    Steinbrech-Widderchen (Zygaena filipendulae)

    Die etwas gebogenen und verdickten Fühler (Widderchen) und die roten Flecken (Blutströpfchen) haben dieser Schmetterlingsfamilie ihren Namen gegeben. Weitere Kennzeichen sind die dachziegelartig angelegten Flügel und der kräftige Rollrüssel. Obwohl die Widderchen zu den Nachtfaltern gehören, sind sie am Tag aktiv und saugen an Blüten Nektar. Im Sommer besuchen sie blühende Pflanzen wie zum Beispiel Disteln,Wilde Karden oder Witwenblumen. Widderchen enthalten Gift (Blausäure), das sie vor Fressfeinden schützt.