Kategorie: Klimawandel

  • Gesucht : Die Asiatische Hornisse

    In den letzten Jahren hat sich in Baden-Württemberg die Asiatische Hornisse ausgebreitet.
    Auch im Raum Bretten wurde jetzt diese aus Südostasien zugewanderte Hornissenart mehrfach gesichtet.
    Von unserer einheimischen Hornisse ist sie leicht zu unterscheiden. Sie ist etwas kleiner als unsere Hornisse, hat einen schwarzen Brustabschnitt und zu den Spitzen hin gelbe Beine. Diese invasive Insektenart füttert ihre Brut hauptsächlich mit erbeuteten Honigbienen. Deshalb steht sie europaweit auf der Liste unerwünschter Insekten. In Deutschland ist ihr Vorkommen meldepflichtig. Einzeltiere und ihre Nester müssen deshalb den zuständigen Behörden angezeigt werden. Die Nester, (Bild: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg) die einen Durchmesser von fast einem Meter erreichen können, werden meistens in den Kronen hoher Bäume angelegt. Sie sind zwischen den Blättern verdeckt. Oft werden die Nester erst im Herbst, wenn das Laub abgefallen ist, entdeckt.
    Der BUND Bretten bittet darum, Funde der Asiatischen Hornisse und deren Nester hier zu melden

  • Buchtipp: Verkaufte Zukunft – Warum der Kampf gegen den Klimawandel zu scheitern droht

    Der Kampf gegen den Klimawandel scheitert an den Macht- und Anreizstrukturen des auf Gewinnerwirtschaftung, Konsum und unbegrenztes Wachstum geeichten Gesellschaftssystems – trotz des Wissens um die Gefahren zukünftiger Klimaveränderung. Dabei läuft die Zeit auch politisch davon, weil der Klimawandel sich dynamisch weiterentwickelt und damit immer schwieriger zu handhaben sein wird. (Beckert, Seite 178)

    Jens Beckert : Verkaufte Zukunft – Warum der Kampf gegen den Klimawandel zu scheitern droht. Suhrkamp Verlag AG , Berlin, 2024

  • Internationaler Weltbodentag am 5. Dezember

    Fruchtbare Ackerböden sind die Grundlage für unser tägliches Brot und die Existenzgrundlage für landwirtschaftliche Betriebe. Doch leider geht unsere Gesellschaft rücksichtslos mit dieser unersetzlichen Ressource um. Böden werden zubetoniert und mit Schadstoffen vergiftet.

    Bretten liegt im Kraichgau, der besonders fruchtbare Lößböden besitzt. Auch diese sind schädlichen Einflüssen ausgesetzt, wie zum Beispiel der flächenhaften Abschwemmung bei Starkregen.
    Voraussetzung für diese Bodenschädigung sind die zum Teil steilen Hügel im Kraichgau, der Anbau von spät ein Blätterdach entwickelnden Feldfrüchten wie Mais und Rüben. Ohne schützende Blätter prallen die Regentropfen auf den unbedeckten Boden, reißen diesen auf, das abfließende Wasser spült die fruchtbare Erde ab und entwurzelt die noch kleinen Pflänzchen.

    Der Bodenverlust bei einem Wolkenbruch kann mehr als 400 Tonnen Erde pro Hektar betragen. Durch den Klimawandel werden solche Ereignisse immer häufiger. Zwar versuchen die Landwirte mit schonender Bodenbearbeitung und dem Anbau von Zwischenfrüchten den Bodenabtrag zu verringern, trotzdem wird die Bodendecke von Jahr zu Jahr dünner. Bei Regenwetter sieht man an den braun gefärbten , Hochwasser führenden Bächen Salzach und Saalbach, wie der fruchtbare Boden unwiederbringlich ins Meer abtransportiert wird.
    Zusätzlich werden unsere Ackerböden versiegelt. So sind allein auf der Gemarkung Bretten in den letzten Jahren mehr als 300 Hektar Ackerflächen für Wohn- und Gewerbeflächen und Straßenbau unter Beton und Asphalt verschwunden.

    „Im Zuge der Fortschreibung des Regionalplanes sollen in den kommenden Jahren in den Gemeinden der Region Karlsruhe 20 000 Hektar landwirtschaft-licher Nutzflächen sogenannten Siedlungserweiterungsflächen zum Opfer fallen, davon allein 100 Hektar auf der Gemarkung Bretten“ , betont Hartmut Weinrebe vom BUND Regionalverband Mittlerer Oberrhein. Dies führt zum Verlust landwirtschaftlicher Erträge. Versiegelte Fläche werden sich bei jedem sonnigen Tag aufheizen und so den Klimawandel beschleunigen. Deshalb fordert der BUND seit Jahren keine Äcker und Wiesen mehr zu versiegeln.

    Nach Angaben des Umweltbundesamtes gehen jährlich weltweit etwa 10 Millionen Hektar Ackerfläche verloren. Auf einem Viertel der globalen Bodenfläche haben der Humusgehalt und damit die Erntemengen drastisch abgenommen.
    Dabei sind fruchtbare Böden die Voraussetzung für eine sichere und ausreichende Nahrungsmittel-versorgung. Deshalb wurde der 5. Dezember von der Internationalen Bodenkundliche Union (IUSS) zum Weltbodentag erklärt. Damit wird seit 2002 jährlich weltweit ein Zeichen für die Bedeutung der unersetzlichen natürlichen Ressource Boden gesetzt.

    Links zu Hochwasser / Erosion Ruit:

    17.09.2019  Überschwemmungen als Folgen des Klimawandels
    16.06.2016 Überschwemmung in Bretten Ortsteil Ruit 2016
    20.06.2015 Hochwasser Juni 2015

    UmweltBundesAmt: Weltweit gehen jährlich 10 Millionen Hektar Ackerfläche verloren

  • Am Seedamm : Kastanienblüte im September

    Spaziergänger reiben sich die Augen. Blühende Kastanienbäume im September?

    Am Brettener Seedamm beim neuen Rathaus zeigen jetzt Roßkastanien neben ihren stacheligen Früchten vereinzelt weiße Blütenkerzen und grüne Blätter. Dies ist keine Laune der Natur, sondern ein Hilferuf dieser Bäume. Aus Knospen, die erst im nächsten Frühjahr austreiben sollten, entwickeln sich Blüten. Gleich zwei Ursachen kommen für dieses Phänomen in Frage: Zum einen hat die eingeschleppte Roßkastanienminiermotte das Innere der Blätter aufgefressen. Dies hat dazu geführt, dass die Blätter abgestorben sind und seit Wochen braun und vertrocknet an den Zweigen hängen. Der Baum kann keine Photosynthese mehr betreiben und wird stark geschwächt.

    Die trockenen Sommer der letzten Jahre haben die feinen Wurzeln geschädigt.
    Die Blüten, die jetzt austreiben, sterben im Winter ab. Sie fehlen bei der Baumblüte im Frühjahr.

    Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die am Seedamm wachsenden und hier das Stadtbild prägenden Bäume absterben. Hierzu trägt der vom Menschen verursachte Klimawandel mit höheren Temperaturen und längeren Trockenperioden bei. Besonders im Siedlungsbereich leiden die Bäume, weil hier die versiegelten Flächen sich wie Herdplatten aufheizen und die Verdunstung erhöhen. Wie lange können das unsere Kastanien noch aushalten?

    Links: Süddeutsche Zeitung: Warum gerade viele Kastanienbäume blühen