Kategorie: Natur / Umwelt

  • Der Igel ist Tier des Jahres 2024 – Wie können wir ihm helfen?

    Igelmutter
    Igelmutter mit Nachwuchs

    In Deutschland werden jedes Jahr zwischen einer halben und einer Millionen Igel überfahren und unzählige durch Mähroboter verletzt oder getötet. Gartenbesitzer können dazu beitragen diesem, nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Tier, das Überleben zu erleichtern. Wer den Igeln richtig helfen will, findet hier wichtige Hinweise :

    Igeln richtig über den Winter helfen

    Schutz und Hilfe für das Wildtier Igel

    Pro Igel e.V. Mach mit bei der Igel-Challenge

  • Der Lössboden – Boden des Jahres 2021

    Internationaler Tag des Bodens am 5. Dezember

    Während der letzten Eiszeit wirbelte der Westwind Staub aus den Schotterfeldern der Oberrheinischen Tiefebene auf und transportierte ihn in den Kraichgau. Dort setzte sich das feinkörnige Material – der Löss – ab und und bildete bis zu mehrere Meter dicke Schichten.
    Als mit dem Ende der Eiszeit die Temperaturen anstiegen und die Niederschläge zunahmen, setzte die Bodenbildung ein. Diese dauerte Jahrtausende. Das Ergebnis ist die sogenannte Parabraunerde, die im Kraichgau weit verbreitet ist und auch Lössboden genannt wird. Diese Erde ist besonders fruchtbar durch ihren hohen Anteil an Tonmineralien und liefert hohe Erträge.
    Doch der Lössboden ist da gefährdet, wo er nicht bedeckt und durch Pflanzenwurzeln festgehalten ist. Wenn dann Regentropfen bei starken Niederschlägen auf den nackten Boden aufprallen wird dieser aufgerissen und hangabwärts geschwemmt. Über die braun gefärbten Bäche und Flüsse gelangt der fruchtbare Boden ins Meer. Mit jedem heftigen Regen verliert der Kraichgau vor allem auf Mais- und Rübenfeldern unzählige Tonnen seiner wertvollen Ackerkrume.

    Diese Bodenerosion hat unter anderem zur Entstehung von Hohlwegen geführt. Die schmalen Räder der Fuhrwerke haben Fahrspuren in den Boden gedrückt, in denen durch das abfließende Wasser der Weg immer tiefer gelegt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden so bis zu mehrere Meter tiefe, für den Kraichgau typische Hohlwege.

    Aktuell sind unsere Ackerböden durch Versiegelung bedroht. Täglich verschwinden Getreide- und Kartoffelfelder unter Beton und Asphalt, weil sie Neubaugebieten, Gewerbeflächen und Straßen zum Opfer fallen. Für die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln sind diese Flächen für immer verloren.

    Geht es nach dem Willen der Kommunen, wird dieses „Bodensterben“ weiter fortgesetzt. „Allein auf der Gemarkung Bretten soll rund ein Quadratkilometer fruchtbarer Lössboden unter Siedlungs-erweiterungsflächen verschwinden. So sieht es die Fortschreibung des Regionalplans Mittlerer Oberrhein für die kommenden Jahre vor“, mahnt Hartmut Weinrebe, Geschäftsführer für den Regionalverband Mittlerer Oberrhein des BUND.

    Um die Wahrnehmung des Bodens in der Öffentlichkeit zu stärken, hat die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) den Lössboden zum Boden des Jahres 2021 gewählt.

    BUND.net: Lössboden – Boden des Jahres 2021

    Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Lössboden – Boden des Jahres 2021

    BUND: Flächenfraß zerstört Vielfalt von Lebensräumen

  • Grüner Aalkistensee

    Blaualgen haben sich massenhaft vermehrt

    Erstaunt sind Spaziergänger und Radfahrer: Statt Himmelsblau, das sich im Wasser des Aalkistensees spiegelt, sieht man zur Zeit nur eine graugrüne Brühe und an den Ufern breite Algenteppiche. Ursache sind Bakterien, sogenannte Blaualgen, die sich massenhaft vermehrt haben.
    In geringen Konzentrationen sind diese Mikroorganismen ungefährlich. Doch wenn sie sich stark vermehren, dann können die Gifte , die sie produzieren, für Menschen und Tiere gefährlich werden.
    Das Verschlucken von Wasser kann dann böse Folgen wie Hautreizungen, Übelkeit oder Durchfall haben.

    Zum Glück ist der Aalkistensee Naturschutzgebiet, in dem das Baden verboten ist. Hunde, die diese Algenbrühe trinken, sind besonders gefährdet. Über diese Verunreinigung wurden die zuständigen Behörden informiert und haben unverzüglich die notwendigen Schritte veranlasst.

    Blaualgen

    In fast allen Gewässern kommen Blaualgen in geringen Mengen vor. Bei sonnigem Wetter und damit steigenden Wassertemperaturen vermehren sie sich. In Gewässern, die viele Nährstoffe, wie Nitrat und Phosphat enthalten, kommt es zur explosionsartigen Massenvermehrung, der sogenannten „Algenblüte“. Wegen der giftigen Ausscheidungen dieser Bakterien wird das Baden verboten.
    Blaualgen zählen zu den ältesten Lebewesen der Erde. Sie haben vor etwa drei Milliarden Jahren die Photosynthese „erfunden“, das heißt mit Hilfe von Sonnenlicht und Kohlendioxid erzeugen sie Sauerstoff und energiereiche Pflanzensubstanzen wie Traubenzucker.

    Links:
    Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg Blaualgen – Cyanobakterien
    DLRG Höxter Aufklärung Blaualgen (Cyanophyceen)

  • Nur was man kennt kann man auch schützen!

    Die bereits vor Jahren von der Bundesregierung im Rahmen einer „Nationalen Strategie zur Entwicklung der Natur“ ergriffenen Maßnahmen reichen nicht aus, um die Artenvielfalt zu erhalten. Die Zerstörung von Lebensräumen für wildlebende Pflanzen und Tiere geht ungebremst weiter, ebenso die Belastung der Natur durch Umweltgifte.
    Verschärfend kommt hinzu, dass es zu wenig qualifizierte Artenkenner gibt.
    So hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei einer Umfrage festgestellt, dass die Zahl der Taxonomen, so nennt man diese Wissenschaftler, in den letzten Jahren abgenommen hat. Auch gibt es für diese Biologen, trotz Bedarf, viel zu wenig Arbeitsplätze.
    Auch bemängeln Naturwissenschaftler und Umweltschützer, dass Kindern und Jugendlichen zu wenig Artenkenntnis vermittelt wird.

    An Schulen und Universitäten müssen deshalb die Lehrpläne geändert werden, um die fortschreitende Wissenserosion aufzuhalten. Dazu wollen der Landesnaturschutzverband (LNV), Naturkundemuseen und die Umweltakademie Baden-Württemberg die Vermittlung von Artenkenntnis an Schulen fördern.
    Mit seinem Projekt „Schützt die Wildbienen“ vermittelt der BUND Bretten schon seit vielen Jahren Artenkenntnis in Kindergärten und Schulen.

  • Buchtipp: Das Verstummen der Natur

    Die dramatischen Folgen des Artensterbens
    Das Bienensterben: längst zur Megaschlagzeile in den Medien geworden, und es wird viel diskutiert. Doch was steckt dahinter? Über Nacht jedenfalls ist der dramatische Verlust der Wildbienen, Schmetterlinge sowie vieler anderer Insekten und Wildtiere nicht gekommen. Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion, und Claus-Peter Hutter, Präsident von NatureLife-International, weisen nach, dass bereits in den 1980er Jahren vor dem Verstummen der Natur gewarnt wurde. Alarmzeichen gab es schon damals. Nur: Es wollte niemand wissen, auch »die Politik« nicht. Warum nur? Um den ökologischen Staatsbankrott zu vertuschen? Um der Bauern-Lobby gefällig zu sein? Die Autoren liefern eine intensive Spurensuche, die bei den Taten beginnt und bei den Tätern endet.

    Ludwig-Verlag www.Ludwig-Verlag.de ISBN 978-3-453-28109-7