Kategorie: Projekte

  • Naturschutzpreis für Brettener BUND

    NaturLife und EDEKA würdigen Engagement

    In jahrelanger Arbeit hat der BUND einen neuen Lebensraum für Insekten, insbesondere für Wildbienen, geschaffen. Wuchernde Brombeeren wurden in mehreren hundert Stunden Arbeit auf der mehrere Ar großen Fläche entfernt.

    Jetzt blühen hier Futterpflanzen für Wildbienen, unter anderem Muskatellersalbei, Natternkopf, Wollziest und Wilde Karde. Am besonnten Südhang fanden hier Wildbienen wie die Blauschwarze Holzbiene, die Garten-Wollbiene, die Natternkopf-Mauerbiene und die Gelbbindige Furchenbiene einen neuen Lebensraum. Sie haben sich hier angesiedelt und erfolgreich fortgepflanzt.

    Der BUND leistet damit einen Beitrag zu Erhalt und Förderung der Artenvielfalt. Dies zeigt sich an der Vielzahl von weiteren Insektenarten wie der Streifenwanze, dem streng geschützten Bienenkäfer, dem Wollschweber, mehreren Schwebfliegen-arten und dem Europäischen Laternenträger, einer nur wenige Millimeter kleinen, unverwechselbaren Zikadenart. Auch heimische Reptilien und Trockenheit liebende Schneckenarten haben sich hier angesiedelt.

    Der BUND Bretten gehört deshalb zu den diesjährigen Preisträgern des Wettbewerbs „Unsere Heimat und Natur“, und wurde mit 3000 Euro ausgezeichnet. Die Stiftung NaturLife-International und Edeka Südwest fördern solche Projekte. Sie werden dabei von den Kundinnen und Kunden der teilnehmenden Edeka-Märkte mit dem Kauf regionaler Bio-Kräutertöpfe unterstützt.

  • Für die Schaffung und Pflege von Trockenbiotopen ausgezeichnet

    von links: Christa Franck (BUND), Gerhard Dittes (BUND),
    OB Martin Wolff, Michaela Meyer (EDEKA),
    Annika Hoffmann (MGB), Axel Kleinschumacher (NatureLife-International),
    Frau und Herr Schröter (EDEKA Königsbach)
    Königsbach-Stein, 14.10.2019. Die BUND-Ortsgruppe Bretten setzt sich gemeinsam mit Schülern des Melanchthon-Gymnasiums für ein Refugium für Insekten und deren Futterpflanzen ein. Ihr Engagement wird nun von Edeka Südwest in Zusammenarbeit mit der Stiftung NatureLife-International mit 2.000 Euro unterstützt.

    Auf einem Grundstück der Stadt Bretten überwuchert eine Brombeerhecke sämtliche Futterpflanzen für Insekten und bedroht so den Lebensraum der kleinen Tiere. Gemeinsam mit Schülern des Melanchthon-Gymnasiums kümmern sich die Mitglieder der BUND-Ortsgruppe Bretten um die Neuschaffung, Pflege und Sicherung von mehreren Trockenbiotopen als neuen Lebensraum für bodenlebende Wildbienen.

    Scheckübergabe im Edeka Schröter in Königsbach-Stein

    Der symbolische Scheck in Höhe von 2.000 Euro wurde nun im Edeka Schröter in Königsbach-Stein, der die Patenschaft für das Projekt übernommen hat, an Gerhard Dittes, den Vorsitzenden der BUND-Ortsgruppe Bretten, überreicht. Er bedankte sich bei Axel Kleinschumacher als Vertreter der Stiftung NatureLife-International und Michaela Meyer, Geschäftsbereichsleiterin Nachhaltigkeit bei Edeka Südwest, für die Auszeichnung und die Förderung. „Nur in einer ökologisch intakten Kulturlandschaft können qualitativ hochwertige Lebensmittel produziert werden. Ihr Erhalt ist uns deshalb ein besonderes Anliegen“, erläutert Michaela Meyer das Engagement des Lebensmittelhändlers.

    Mehr als 300.000 Euro an über 100 Projekte

    Unter dem Motto „Unsere Heimat und Natur“ hat Edeka Südwest im Jahr 2014 gemeinsam mit der Stiftung NatureLife-International einen jährlichen Wettbewerb für herausragende Naturschutzprojekte im Südwesten ins Leben gerufen. Prämiert und mit jeweils bis zu 5.000 Euro finanziell gefördert, werden Projekte, die sich für die Schaffung und den Erhalt von Biotopen, die Renaturierung sowie den Schutz von Lebensräumen für Wildtiere und -pflanzen einsetzen. Unterstützt wird die Aktion durch einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf von Kräutertöpfen der Edeka Südwest-Regionalmarke „Unsere Heimat – echt & gut“.

    Biotopverbund im Südwesten als Ziel

    Mehr als 100 Gruppen und Vereine in der Region wurden bereits ausgezeichnet und mit insgesamt über 300.000 Euro gefördert, dieses Jahr kommen 22 weitere dazu. „Damit kommen wir unserem langfristigen Ziel, einen Biotopverbund im Südwesten Deutschlands zu schaffen, auch in diesem Jahr ein ganzes Stück näher“, erklärte Michaela Meyer stolz im Rahmen des Wettbewerbs. „In Zeiten des Insektensterbens ist dies ein wichtiger Beitrag zur Schaffung von Überlebensinseln“, betonte Hartmut Reichl von der Stiftung NatureLife-International bei der Preisverleihung.

    Text und Bild: EDEKA Südwest

  • Fünf-Punkte-Plan gegen das Artensterben

    Brettener BUND auf dem richtigen Weg

    Unter dem Motto „Schmetterlinge bald nur noch im Bauch: Erst sterben die Insekten – und dann?“ veranstalteten die Umweltakademie Baden-Württemberg, die Universität Hohenheim und der Verband der Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin e.V. (Vbio) den dritten landesweiten Biodiversitätsgipfel. Dabei zeigte sich, dass die BUND-Ortsgruppe Bretten mit ihren Projekten zum Schutz der Wildbienen auf dem richtigen Weg ist.

    Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie belegt einen Insektenrückgang von mehr als 70 Prozent bei Schmetterlingen, Käfern, Bienen, Wespen und anderen Insekten innerhalb weniger Jahrzehnte, verursacht durch die Vernichtung von Lebensräumen, durch neue Wohn- und Gewerbegebiete und die intensive industrielle Landwirtschaft mit Monokulturen und giftigen Pestiziden.

    Um dem Artensterben entgegen zu wirken, stellten die Experten einen Fünf-Punkte-Plan vor. Dabei spielt die Umweltbildung eine wichtige Rolle. Neben der Vermittlung von Artenkenntnis müssen Kinder für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur sensibilisiert werden. Dies könne etwa am Beispiel der Wildbienen mit ihren vielfältigen Lebensweisen, ihrer effektiven Bestäuber-funktion, Gefährdungsursachen und geeigneten Schutzmaßnahmen realisiert werden. Dazu hat der BUND Bretten zusammen mit dem Melanchthon-Gymnasium ein Projekt zum Schutz der Wildbienen erfolgreich durchgeführt.

    Da eine der wichtigsten Ursachen des Insektensterbens auf die Intensivierung der Landwirtschaft zurückzuführen ist, müsse deshalb der Flächenanteil des ökologischen Landbaus auf mindestens 50 Prozent angehoben werden. Die Strukturvielfalt in der Landschaft muss wieder hergestellt werden durch Hecken, mehrjährige Blühstreifen und Wildbienenweiden. Landwirtschaftliche Betriebe mit kleineren Anbauflächen sollten stärker als große unterstützt werden. Die Förderung der Biodiversität durch die Landwirtschaft muss bei den Agrarsubventionen stärker berücksichtigt werden. Ein langfristiges Biodiversitäts-Monitoring ist zu etablieren, weil ohne Daten über die Artenvielfalt keine Probleme erkannt und wirkungsvolle Schutzmaßnahmen durchgeführt werden können.

    Mehr Infos unter: „Landesbiologentag 2018: Fünf-Punkte-Plan gegen das Artensterben“

  • Stadtjubiläum und Wildbienen

    Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes zum Schutz der Wildbienen von Melanchthon-Gymnasium und BUND-Ortsgruppe Bretten pflanzten jetzt drei Schulklassen unter der Anleitung ihrer Lehrer Annika Hoffmann, Steffen Müller und Melanie Roth, 4800 weiße und blaue Traubenhyazinthen. Eine Rasenfläche an der Apothekergasse wurde damit zum Stadtjubiläum in den Brettener Farben optisch aufgewertet und für Wildbienen und andere Insekten wurde ein Schlaraffenland mit süßem Nektar und Blütenstaub bereit gestellt.
    „Bürgermeister Nöltner hat unseren Vorschlag, eine schulnahe Fläche zu bepflanzen, sofort unterstützt. Herr Jenning und Herr Ostwald von der Stadtgärtnerei halfen bei der Vorbereitung und gaben Pflanzanleitungen“, weiß Gerhard Dittes, der Vorsitzende des BUND. Zu Beginn der Pflanzaktion begrüßte OB Wolff alle fleißigen Helfer. Die Schülerinnen und Schüler waren mit Feuereifer bei der Sache und nach gut fünf Stunden waren alle Pflanzen eingebuddelt. Schon während des Einpflanzens lockte das blühende, blau-weiße Brettener Stadtwappen, zur Freude der Kinder und etlicher Passanten Honig- und Wildbienen an. Eine Spaziergängerin spendete Geld für die Klassenkasse.

  • Lebensraum für den Blaupfeil geschaffen

    Blaupfeil
    Blaupfeil

    Der legendäre Rennwagen „Silberpfeil“ gewann 1934 das internationale Eifelrennen auf dem Nürburgring mit 300 km/h. Der bei uns heimische „Große Blaupfeil“ mit einer Flügelspannweite von bis zu neun Zentimeter schafft allerdings nur 26 km/h. Im Gegensatz zu einem Rennwagen ist diese Großlibelle aber äußerst wendig. Sie kann blitzschnell die Flugrichtung ändern, rückwärts fliegen oder in der Luft stehen bleiben. Auf solche Flugkünste ist dieses Insekt angewiesen, um seine Beutetiere, wie zum Beispiel Mücken während des Fluges zu fangen.
    Bevorzugter Lebensraum sind Seen und Tümpel mit vegetationsarmen Uferbereichen. Auf kahlen Flächen nehmen sie gerne eine Sonnenbad. Weil sie zur Fortpflanzung auf stehende Gewässer angewiesen sind, hat der BUND Bretten gleich mehrere Tümpel für Libellen und Amphibien auf unserer Gemarkung angelegt. Diese sollen zur Sicherung des Libellenbestandes beitragen.

    „Von Mitte Mai bis Oktober können diese Flugkünstler auch im Raum Bretten beobachtet werden. Auffälliges Kennzeichen der Männchen ist ihr blauer Hinterleib und ihre großen, grünen Komplexaugen“, weiß Matthias Menzel vom BUND Bretten und fügt hinzu: „Libellen sind harmlose Tiere. Sie können nicht stechen.“

    Steckbrief: Großer Blaupfeil(Orthetrum cancellatum)