Kategorie: Amphibien

  • BUND pflegt Laichgebiete

    Mitglieder des BUND Bretten bei der Biotoppflege

    Bei gefrorenem Boden, aber strahlendem Sonnenschein führte kürzlich der Mähtrupp des BUND Bretten eine Biotoppflegemaßnahme auf Brettener Gemarkung durch. Dies war notwendig geworden, weil Kanadische Goldrute und Dornengestrüpp einen fast undurchdringlichen Bewuchs um die Laichgewässer bildeten. Dadurch waren der Zugang der Amphibien zum Laichgewässer und die Abwanderung der Jungtiere erschwert. Erst nach mehreren Stunden und dem Einsatz von Maschinen war die Fläche freigeräumt. Frösche, Kröten und Molche können demnächst wieder – während warmer Regennächte – ungehindert ihre Tümpel erreichen. Auch in diesem Frühjahr wird der BUND diese Tierwanderung überwachen.

  • Amphibien auf Wanderschaft

    Arbeit am Amphibienzaun
    Arbeit am Amphibienzaun

    Sie bewegen sich bevorzugt bei Dunkelheit und warmem Frühlingsregen. Den Winter haben sie eingegraben in frostsicherer Tiefe verbracht. Jetzt suchen sie ihre Laichgewässer auf, um sich dort fortzupflanzen. Auch auf der Brettener Gemarkung sind Kröten, Frösche und Molche auf Wanderschaft. Dabei müssen sie immer wieder Straßen überqueren.
    „Gegen den zunehmenden Verkehr haben die Amphibien keine Chance“, sagt Gertraud Steinbach vom BUND Bretten. Seit zehn Jahren betreut sie mit ihren Helfern die Wanderstrecke zwischen Bauerbach und Büchig. Hier wird in jedem Frühjahr mit Unterstützung der Straßenmeisterei Bretten ein Amphibienschutzzaun entlang der Straße aufgebaut. Der Zaun soll verhindern, dass die Tiere beim Überqueren der Straße überfahren werden.

    Nachgewiesen braucht z. B. eine Erdkröte bis zu 20 Minuten bis sie auf der anderen Straßenseite ist. Mindestens zwei Monate lang, und oft bei nasskaltem Wetter, muss der Zaun kontrolliert und die eingesammelten Amphibien zum Laichgewässer gebracht werden. Von den 18 in Baden-Württemberg nachgewiesenen Amphibienarten, stehen 12 (63,2 %) Arten auf der Roten Liste. „Für die langfristige Sicherung sind dauerhafte Leiteinrichtungen entlang der Straßen, Vernetzungsstrukturen in der Feldflur und der Erhalt ihrer Fortpflanzungs- und Lebensstätten unbedingt erforderlich, das gilt auch für die Wanderstrecke in Bauerbach“, betont Steinbach.

    Früher kamen in einer Nacht oft Hunderte von Lurchen beim Überqueren von Straßen unter die Räder, wie zum Beispiel an der Straße nach Sprantal oder bei der Gölshäuser Grillhütte. Deshalb hat die BUND-Ortsgruppe Bretten viele Jahre lang an diesen Gefahrenstellen Amphibienzäune aufgebaut und damit Tausende von Lurchen gerettet. Inzwischen wurden die mobilen Zäune fast alle durch dauerhafte Amphibienschutzeinrichtungen, bei denen die Tiere gefahrlos die Straße unterqueren können, ersetzt. Dadurch konnten die Bestände von Molchen und Erdkröten auf den entsprechenden Wanderstrecken gesichert werden.

  • Feuersalamander gesucht!

    Lurchi  1Er ist unverwechselbar und meistens bei Regenwetter oder nachts unterwegs: Der Feuersalamander.
    Dieser schwarz und gelb gefärbte einheimische Lurch ist völlig ungefährlich. Leider ist sein Bestand durch Lebensraumverlust, Straßenverkehr und Pestizide stark gefährdet. Im Rahmen der landesweiten Amphibienkartierung hat der BUND Bretten alle bisher bekannten Vorkommen des Feuersalamders erfasst. Aber bei der versteckten Lebensweise dieses Lurchs kann es sein , dass es noch nicht erfasste Vorkommen ,wie zum Beispiel in privaten Gartenteichen oder Zufallsfunde bei Spaziergängen gibt.
    Wir bitten darum, uns Funde (auch Salamanderlarven) zu melden. Bitte nutzen Sie dazu unser Kontaktformular.
    Auf der Internetseite der LUBW finden Sie weitere Informationen und eine Bestimmungshilfe.
    Vielen Dank für ihre Mitarbeit!

  • Der Feuersalamander ist „Lurch des Jahres 2016“

    „ Die Landsalamander sind dumme, träge Thiere , die nur bei trübem oder nassem Wetter, sich aus ihren Erdhöhlen weit hinaus ins Freie wagen. Man hat ihnen nachgesagt, dass sie im Feuer leben könnten.“

    Diese Behauptung steht in einem Lehrbuch der Naturgeschichte aus dem Jahre 1834. Heute, fast zwei Jahrhunderte später, erinnert lediglich der Name „Feuer“-Salamander noch an diesen Aberglauben. Damals war dieser Lurch auch auf der Brettener Gemarkung noch weit verbreitet. Durch Verlust und die Zerschneidung vieler seiner ursprünglichen Lebensräume durch Straßen sowie den Einsatz von Pestiziden hat sein Bestand abgenommen. Um die noch vorhandenen Restpopulationen zu erhalten, hat der BUND Bretten in den letzten 30 Jahren zahlreiche Laichgewässer renaturiert und an geeigneten Stellen neue angelegt.

    „Ohne diese Tümpel und den Bau von Schutzeinrichtungen an Straßen gäbe es die Salamander in manchen Bereichen schon längst nicht mehr“, stellt Matthias Menzel vom BUND Bretten fest.

    Feuersalamander leben bevorzugt in Laubwäldern und sind durch ihre individuelle schwarz-gelbe Zeichnung unverwechselbar. Sie können bis zu 20 Zentimeter Körperlänge erreichen und 20 Jahre alt werden. In regnerischen warmen Frühlingsnächten suchen die Weibchen ihre Laichgewässer, flache Tümpel oder Quellbäche, auf. Hier setzen sie ihre fertig entwickelten, nur wenige Zentimeter großen und sofort schwimmfähigen Larven ab.
    Diese ernähren sich von im Wasser lebenden Kleintieren und deren Larven. Im Laufe des Sommers färben sich die Larven gelb und schwarz. Dann verlassen die jungen Salamander ihr Laichgewässer. Eingegraben im frostsicheren Waldboden oder in Erdhöhlen überdauern sie den Winter.
    Wegen seiner starken Gefährdung wurde der Feuersalamander jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zum „Lurch des Jahres 2016“ gewählt.

    weitere Info’s :
    BUND Hessen
    Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde

  • Tümpel sind keine Müllkippen

    BUND-Appell: Wasserpflanzen nicht in Tümpel entsorgen
    Immer wieder tauchen plötzlich Wasserpflanzen in neu angelegten Laichgewässern in der freien Feldflur auf. Bei Kontrollen auf der Brettener Gemarkung wurde mehrfach festgestellt, dass Mitbürger aus ihren Gartenteichen überzählige Wasserpflanzen in Laichgewässer „entsorgt“ hatten.
    Gertraud Steinbach vom BUND Bretten warnt: „Das Einbringen von Wasserpflanzen in neu angelegte Tümpel beschleunigt deren Verlandung und schränkt damit die Fortpflanzungs-möglichkeit gefährdeter Amphibien immer mehr ein.“ Besonders problematisch sind in diesem Zusammenhang die Rohrkolben.

    Diese Wasserpflanzen bilden kräftige, unterirdisch kriechende Ausläufer. Dadurch entstehen rasch dichte Bestände, die andere Wasserpflanzen verdrängen. Somit wird die Artenvielfalt verringert und die Verlandung des Laichgewässers beschleunigt. Um die Kinderstuben für Frösche und Molche zu erhalten, sind dann immer öfter zeitaufwändige Pflegemaßnahmen erforderlich. Ehrenamtliche Helfer müssen dann in mühevoller Arbeit der wuchernden Vegetation Einhalt gebieten.

    Um die Fortpflanzung unserer einheimischen Amphibien zu sichern, hat der BUND Bretten erfolgreich bestehende Laichgewässer renaturiert und neue angelegt. Die Besiedelung dieser Wasserflächen soll durch die natürliche Sukzession, also Zuwanderung von standortgerechten Pflanzen und Tieren aus der Umgebung, erfolgen. Eingesetzte Wasserpflanzen können diese Entwicklung erheblich stören. Besonders nachteilig für die Lebensgemeinschaft in einem Tümpel kann sich das Einsetzen von Fischen auswirken. Fische haben in Kleingewässern wie Laichtümpeln nichts zu suchen. Dort kommen sie auch natürlicherweise nicht vor.
    Deshalb appelliert der BUND Bretten eindringlich, keine Wasserpflanzen, Fische oder andere Organismen in stehende Kleingewässer einzubringen.