Schlagwort: Wildbienen

  • Buchtipp: Das Verstummen der Natur

    Die dramatischen Folgen des Artensterbens
    Das Bienensterben: längst zur Megaschlagzeile in den Medien geworden, und es wird viel diskutiert. Doch was steckt dahinter? Über Nacht jedenfalls ist der dramatische Verlust der Wildbienen, Schmetterlinge sowie vieler anderer Insekten und Wildtiere nicht gekommen. Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion, und Claus-Peter Hutter, Präsident von NatureLife-International, weisen nach, dass bereits in den 1980er Jahren vor dem Verstummen der Natur gewarnt wurde. Alarmzeichen gab es schon damals. Nur: Es wollte niemand wissen, auch »die Politik« nicht. Warum nur? Um den ökologischen Staatsbankrott zu vertuschen? Um der Bauern-Lobby gefällig zu sein? Die Autoren liefern eine intensive Spurensuche, die bei den Taten beginnt und bei den Tätern endet.

    Ludwig-Verlag www.Ludwig-Verlag.de ISBN 978-3-453-28109-7

  • Wildbiene des Jahres 2019 : Die Blauschillernde Sandbiene Andrena agilissima

    Blauschillernde Sandbiene
    Mit ihrer Körperlänge bis zu 15 Millimeter, Hinterleib und Flügel bläulich schimmernd sowie weißen Haarbüscheln am Körper, ist diese Wildbiene ein auffälliger Blütenbesucher. Nach dem Besuch des blühenden Ackersenfs, trägt sie an ihren Hinterbeinen den leuchtend gelben Blütenstaub. In Bretten und Umgebung kann man diese Wildbiene in der Feldflur und gelegentlich auch in Hausgärten von Mitte Mai bis Anfang Juli antreffen. Die Nester werden an Böschungen oder zu ebener Erde in Sand- oder Lössböden angelegt. Dazu graben manchmal mehrere hundert Weibchen gleichzeitig Gänge in den Boden. Die Brutkammern in der Tiefe werden dann mit einer Mischung aus Blütenstaub und Nektar gefüllt und ein Ei dazu gelegt. Die ausschlüpfende Larve verzehrt den Futtervorrat und verpuppt sich anschließend. Die Jungtiere überwintern.

    Die Männchen sind auffällig schnelle Flieger. Wer sie genauer beobachten will, der muss warten, bis sie sich allerdings, nur für ganz kurze Zeit, auf Blüten niederlassen.

    Der Bestand der Blauschillernden Sandbiene, auch Senf-Blauschillersandbiene genannt, ist deutschlandweit gefährdet, in Baden-Württemberg sogar stark gefährdet. Ursache sind der Verlust von Lebensräumen durch Zersiedelung, fehlende Weg- und Feldränder sowie die Intensivierung der Landwirtschaft mit Monokulturen und dem Einsatz von giftigen Pestiziden. Deshalb wurde die Blauschillernde Sandbiene zur Wildbiene des Jahres 2019 gewählt.

    Wer diese Wildbiene auf der Brettener Feldflur oder in seinem Garten beim Bau ihrer Bodennester entdeckt, wird gebeten, dies dem BUND zu melden.

  • Wildbienen steigern Erntemenge und Qualität von Heidelbeeren

    Blaubeeren
    Marek Silarski [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

    Eine wissenschaftliche Studie der University of Vermont (USA) hat jetzt gezeigt, dass Wildbienen besonders Hummeln die Qualität von Heidelbeeren (Blaubeeren) steigern können. Die Forscher stellten fest, dass die Größe und Erntemenge dieser Beeren um bis zu 12 Prozent zunahm, wenn die Bestäubung durch Wildbienen erfolgte. Dieses Ergebnis unterstreicht erneut die wirtschaftliche Bedeutung von Wildbienen.

    Siehe unter : First study to reveal wild bees’ impacts on blueberry size, quality

  • Kinder helfen Wildbienen

    Auch in diesem Jahr fand im Saatschulgebäude wieder der Naturerlebnistag der Stadt Bretten statt. Bei strahlendem Sonnenschein und noch sommerlichen Temperaturen eröffneten die Jagdhornbläser die Veranstaltung. Der BUND Bretten informierte die Besucher über Schutzmaßnahmen für Wildbienen. Dabei kam es mit Besuchern der letzten Jahre zu einem regen Erfahrungsaustausch. Immer mehr Garten- und Streuobstwiesenbesitzer haben inzwischen die vom BUND entwickelten Schutzmaßnahmen erfolgreich umgesetzt.
    Besonders groß war das Interesse bei den Kindern. Mit Begeisterung fertigten sie zahlreiche Nisthilfen für Wildbienen an.

  • Klimawandel im Kraichgau, Teil 3

    Ausbreitung der „Gelbbindigen Furchenbiene“
    Sie ist etwas größer als die Honigbiene mit auffällig ockergelben, breiten Binden am Hinterleib: Die Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae). Sie besucht bevorzugt große, rotviolette Blüten und ist durch den Farbkontrast leicht zu erkennen. „Im Jahr 2006 konnte ich diese Wildbiene erstmalig auf einer Distelblüte am Stadtrand von Bretten entdecken“ , berichtet Gerhard Dittes vom BUND Bretten.
    Bis etwa zu Beginn der neunziger Jahre kam dieses Insekt in Baden-Württemberg nur vereinzelt in wärmeren Gebieten wie im Süden der Oberrheinischen Tiefebene vor. Inzwischen ist sie in den tiefer gelegenen Bereichen unseres Bundeslandes fast überall anzutreffen. Selbst in den nördlich gelegenen Regionen der Bundesrepublik ist sie inzwischen heimisch geworden.
    Die Gelbbindige Furchenbiene legt ihre Nester im Boden an. Dazu graben die Weibchen bis zu 30 cm lange Gänge in den Boden, wo sich ihre Nachkommen entwickeln. Von April bis Oktober treten mehrere Generationen auf. Inzwischen besiedelt dieses Insekt auch Gärten im Siedlungsbereich von Bretten.
    Durch den Klimawandel beginnt bei uns die Apfelblüte etwa 10 Tage früher und die Jahresmitteltemperatur ist um etwa 1° C gestiegen. Dadurch konnte die Gelbbindige Furchenbiene auch im Kraichgau heimisch werden.

    Wer in Bretten und Umgebung diese harmlose Wildbiene beim Blütenbesuch oder beim Bau ihrer Bodennester beobachtet, wird gebeten, dies dem BUND zu melden.