Schlagwort: Bienen

  • Weltbienentag – Unersetzliche Bestäuber benötigen Hilfe

    Seit 2018 rufen die Vereinten Nationen am 20. Mai den Weltbienentag aus. Damit soll auf die unersetzliche wirtschaftliche Leistung der Bienen bei der Bestäubung unserer Kulturpflanzen und ihre wichtige Bedeutung im Naturhaushalt hingewiesen werden.
    Neben der Honigbiene gibt es in Deutschland über 500 Wildbienenarten, zu denen auch die Hummeln zählen. Etwa die Hälfte von ihnen ist in ihrem Bestand gefährdet, weil sie gleich mehreren Schadfaktoren ausgesetzt sind. So sind in den letzten Jahrzehnten ein Großteil der artenreichen, bunten Blumenwiesen unter Beton und Asphalt verschwunden und einst zusammenhängende Lebensräume durch Straßen zerschnitten worden.

    „Mit zunehmender Entfernung von Futterquellen und Nistplatz nimmt die Zahl der Nachkommen ab,“ mahnt Matthias Menzel vom BUND. Weniger Wildbienen bedeutet auch, dass weniger Kulturpflanzen bestäubt werden können.

    Aus der Landnutzung mit kleinparzellierten Äckern und einer Vielfalt an Kulturpflanzen wurden großflächige Monokulturen mit Mais, Raps, Rüben und Getreide. Diese Wirtschaftsweise fördert Schädlinge, gegen die dann eine Vielzahl verschiedener Pestizide eingesetzt werden. Diese schaden, auch bei fachgerechter Anwendung, den Wildbienen und anderen Insekten gleich mehrfach: Hummeln legen kleinere Nester an und produzieren weniger Königinnen. Die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten nimmt zu. Die Orientierungsfähigkeit wird beeinträchtigt. Männchen und Weibchen können sich am Geruch nicht mehr erkennen.
    Der BUND setzt sich schon seit vielen Jahren für den Schutz der Wildbienen ein. Beispielsweise tragen gemeinsame Projekte mit Schulen wie dem Melanchthon-Gymnasium und der Grundschule Diedelsheim, Obst- und Gartenbauvereinen, der Teilnahme am Naturerlebnistag der Stadt Bretten und der Herstellung von geeigneten Nisthilfen zum Schutz dieser unersetzlichen Bestäuber bei.

  • Streuobstwiesen sind jetzt „Immaterielles Kulturerbe“

    Der BUND in Baden-Württemberg hat den vom Verein Hochstamm-Deutschland eingereichten Antrag auf Anerkennung des Streuobstanbaus als Immaterielles Kulturerbe durch die UNESCO, erfolgreich unterstützt: Die Kultusminister der Länder haben jetzt bei der Kultusministerkonferenz beschlossen, den Streuobstanbau in das „Bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe“ aufzunehmen.
    Damit wird auch die besondere Verantwortung, die das Land Baden-Württemberg für die Erhaltung dieser wertvollen Kulturlandschaft trägt, unterstrichen. Hier im Südwesten der Bundesrepublik gibt es noch die größten zusammenhängenden Streuobstwiesen Europas. Deren Biodiversität ist enorm : Bis zu 5000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten bilden hier eine charakteristische Lebensgemeinschaft. Rund 3000 Sorten von Apfel-, Birnen-, Zwetschgen-, Kirschen- und Walnussbäumen bieten eine breite kulinarische Auswahl.

    Blühende Obstbäume bieten zusammen mit einer Fülle verschiedener Wiesenblumen zahlreichen Insektenarten wie Wildbienen und Schmetterlingen ein breit gefächertes Angebot von Blütenstaub und Nektar. Jede Wiesenpflanze sichert die Existenz von etwa einem Dutzend Insektenarten. Das Totholz abgestorbener Bäume sichert die Entwicklung der Holzbiene und vieler Käferarten. Die Nahrungsbeziehungen im Lebensraum Streuobstwiese sind in vielfacher Weise miteinander verknüpft. Streuobstwiesen sind der Garant für das Überleben vieler Tierarten.

    Auf den intensiv genutzten Ackerflächen mit großflächigen Monokulturen von Mais, Raps oder Getreide und dem Einsatz giftiger Pestizide gibt es keine Artenvielfalt mehr. Deshalb ist es wichtig, alle Streuobstwiesen ausnahmslos zu erhalten. Denn mit jeder aussterbenden Tierart verliert der Naturhaushalt an Stabilität und der Insektenbestand hat in den letzten Jahren dramatisch abgenommen, wie die kürzlich veröffentlichte Krefelder Studie belegte.
    Um auf die Notwendigkeit, die Streuobstwiesen zu erhalten, aufmerksam zu machen, wird der 30. April 2021 vom Verein Hochstamm-Deutschland zum europaweiten Tag der Streuobstwiesen ausgerufen.

    LINKS:
    Krefelder Studie: More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas

    Naturschutzverbände im Land unterstützen Anerkennung von Streuobst als immaterielles Kulturerbe der UNESCO

    Video des Vereins Hochstamm Deutschland e.V. zum immateriellen Kulturerbe Streuobstwiese

    Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe e.V.

  • Schutz einheimischer Bestäuber:

    Kurze Wege retten Wildbienen

    Weltweit sind neben den Honigbienen die vielen Arten von Wildbienen unverzichtbare Bestäuber, die uns reiche Obst- und Gemüseernten garantieren. Um den Bestand dieser nützlichen Insekten zu sichern, genügt es nicht, deren Brutplätze und Futterpflanzen zu erhalten. Ganz entscheidend ist die Entfernung, die sie zwischen ihrem Nest und den Blüten zurücklegen müssen, die ihnen Nektar und Pollen liefern. Je kürzer die Entfernung, desto höher die Zahl der Nachkommen. Bei großer Entfernung nimmt die Zahl der angelegten Brutzellen ab, und zusätzlich fallen mehr Bienen Brutparasiten und Nesträubern zum Opfer.
    Doch wie weit fliegen Wildbienen bei der Suche nach Nektar und Pollen? Bei Markierungs-experimenten im Botanischen Garten München hat man das jetzt herausgefunden.

    „Die Sammelflugdistanzen der untersuchten Bienenarten lagen zwischen 73 und 121 Meter – die kleineren Bienenarten flogen dabei wie erwartet weniger weit, als die größeren“, so Prof. Susanne Renner von der Ludwig-Maximilian-Universität München. Die Nistplätze der Wildbienen liegen oft nicht in direkter Nachbarschaft zu ihren Futterpflanzen, die am besten auf artenreichen Blumenwiesen wachsen.
    „Im Gegensatz zu neu angelegten Blühstreifen weisen die seit Generationen bestehenden Lebensräume wie Streuobstwiesen, Hecken und sonnenexponierte Südhänge eine höhere Artenvielfalt auf. Diese bieten dauerhaft Nahrung und Brutplätze, während Blühstreifen nach wenigen Jahren umgepflügt und wieder intensiv genutzt werden,“ stellt Gerhard Dittes, der Vorsitzende des BUND Bretten, fest. „Unsere heimischen Wildbienenarten können nur erhalten werden, wenn ihre Neststandorte nicht zerstört werden und sich genügend große, geeignete Futterflächen in idealerweise nicht mehr als ca. 150 m Entfernung vom Brutplatz befinden,“ ergänzt Matthias Menzel von der Ortsgruppe.

    Artikel auf Bienennachrichten: Flugdistanzen von Wildbienen auf Nahrungssuche
    Link zur Originalpublikation

  • Von Honig- und Wildbienen

    Kinder vom Haus Regenbogen informierten sich über unersetzliche Bestäuber

    Ohne Bestäubung durch Bienen gibt es keine Ernte von Äpfeln, Birnen, Kirschen und vielen anderen Kulturpflanzen. Doch woran erkennt man diese nützlichen Insekten? Wie leben sie? Und wie wird Honig gemacht?
    Auf diese Fragen suchten Vorschulkinder Antworten. Dazu hatte die Kindergartenleiterin Frau Summer den Vorsitzenden des BUND Bretten, Gerhard Dittes, in das Haus Regenbogen eingeladen. Anhand von Fotos zeigte er den wissbegierigen Kindern ausgewählte und leicht erkennbare Beispiele der in der Umgebung von Bretten lebenden Wildbienen.

    Wildbienen sind besonders erfolgreiche Bestäuber unserer Kulturpflanzen, weil sie den gesammelten Blütenstaub nur locker in ihrem Pelz transportieren. Dadurch kann der Pollen leichter von Blüte zu Blüte übertragen werden, wodurch der Ernteertrag steigt. Leider ist der Bestand dieser für uns nützlichen Insekten durch die fortschreitende Vernichtung ihrer Lebensräume, Monokulturen und den Einsatz giftiger Pestizide gefährdet.
    Wildbienen machen keinen Honig. Dies ist Aufgabe der Honigbiene. Wie dieses süße Nahrungsmittel entsteht, erfuhren dann die Kinder bei einem Imker. Dazu besuchten sie die Schulimkerei von Hobbyimker Michael Reithäusler in der Brettener Schillerschule. Dieser zeigte den Kindern sehr anschaulich, wie ein Bienenstock aufgebaut ist, und erklärte die Lebensweise der Bienen und wie diese aus Nektar Honig machen. Damit die Kinder die fleißigen Bienen aus nächster Nähe beobachten konnten, ohne gestochen zu werden, trugen sie alle kindgerechte Schutzanzüge.

  • Gesucht : Die Asiatische Hornisse

    asiatische HornisseBald im Kraichgau heimisch?

    Im September 2014 wurde sie in Waghäusel bei Karlsruhe entdeckt: Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax). Seither wurden auch ihre Nester hoch in den Bäumen gesichtet. Diese Wespenart ist dabei, bei uns heimisch zu werden. Ihre Heimat ist Südostasien. Vermutlich gelangte sie 2004 auf dem Seeweg aus China nach Südwestfrankreich. Von dort hat sie sich in rasantem Tempo ausgebreitet. Durch den Klimawandel mit den milden Wintern wird ist zu erwarten, dass sie sich im Kraichgau und damit im Raum Bretten ausbreitet.
    Von unserer einheimischen Hornisse unterscheidet sie sich durch ihre schwarze Grundfärbung und einen schmalen gelben Hinterleibsring. Die Enden der Beine sind ebenfalls gelb.
    Diese Wespenart füttert ihre Brut hauptsächlich mit erbeuteten Honigbienen. Imker befürchten deshalb Verluste an ihren Bienenvölkern. Um mehr über die Ausbreitung zu erfahren, bittet der BUND Bretten Funde von Asiatischen Hornissen zu melden.