Schlagwort: Flächenverbrauch

  • Zerschneidung und Zerstückelung der Landschaft

     

    Mit fortschreitender Zerschneidung der Landschaft wird die ursprüngliche Ausgangsfläche in immer kleiner Lebensräume zerlegt. Die Zentralen Bereichen werden immer kleiner, die Randbereiche immer größer. Die ursprüngliche Artenvielfalt und die Zahl der Tiere in den Zentralen Bereichen nimmt immer mehr ab. Beim Überqueren der Straßen kommen immer mehr Tiere um. Der Genaustausch wird verringert. Es kommt zur Inzucht und typische Artmerkmale gehen verloren.Die Saumbiotope der Randbereiche bieten andere Voraussetzungen als die Ausgangsfläche. Sie werden von anderen Arten besiedelt.

    Eine neue Straße (rechts) zerschneidet den Lebensraum Wald. Zu beiden Seiten der Straße ändert sich das Artenspektrum der Laufkäfer. Feldarten verdrängen die ursprünglichen Waldarten. Diagramm : G. Dittes verändert nach Mader 1981

    Schnellbahntrasse bei Bretten

    Wildunfälle

    Auf den Straßen Deutschlands kommt es jedes Jahr zu 276 000 Wildunfällen. Die Wildunfall-Schäden beliefen sich 2024 auf über einer Milliarde Euro !

    Nach der Jagdstatistik des Deutschen Jagdverbandes sind 2023/2024 rund 204 000 Rehe und 15 000 Wildschweine dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen.

    Dazu kommen Hasen und Füchse deren Haupttodesursache der Straßenverkehr ist.

    In Deutschland werden jedes Jahr schätzungsweise rund eine Million Igel überfahren, da Autofahrer sie gar nicht oder zu spät erkennen.
    Siehe hier und hier.

    Langsame Tiere wie Kröten , Salamander und Molche haben kaum eine Chance Straßen lebend zu überqueren.

  • Internationaler Weltbodentag 2025 – Schutz des Kraichgaubodens

    Flächenverbrauchauch, BodenzerstörungDie Internationale Bodenkundliche Union veranstaltet seit 2002 immer am 5. Dezember den internationalen Weltbodentag. Damit soll ein Zeichen für die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden gesetzt und Politiker und Bevölkerung für dieses Thema sensibilisiert werden. Böden sind die Grundlage für unsere Ernährung und ein Lebensraum mit hoher Biodiversität. Fruchtbare Böden wie die Parabraunerde im Kraichgau ermöglichen reiche Ernten. Doch unsere Böden sind weltweit gefährdet, ihr Zustand ist besorgniserregend: Nach Angaben der Vereinten Nationen gehen weltweit etwa zehn Millionen Hektar fruchtbarer Boden unwiederbringlich verloren.

    Hauptursachen sind die Erosion, also die Abtragung des Bodens durch Wind und Wasser sowie die Versiegelung durch Neubaugebiete und Straßen. Hinzu kommt die Belastung der Böden mit giftigen Chemikalien wie Pestiziden, Schwermetallen und den „Ewigkeitschemikalien“, den nur sehr schwer abbaubaren Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) .

    Verunreinigte Böden können landwirtschaftlich nur eingeschränkt oder gar nicht mehr für die Lebensmittelproduktion genutzt werden. Bei uns im Kraichgau ist der Verlust des Ackerbodens ein schleichender Prozess. Bei jedem Starkregen wird die schluffhaltige Ackerkrume abgeschwemmt und über die Bäche abtransportiert. In einem Jahrhundert wurden so bis zu 40 Zentimeter Boden abgetragen werden. Dabei muss man bedenken, dass die Neubildung von nur einem Zentimeter Ackerboden bis zu tausend Jahre dauern kann.

    Im Kraichgau geht Boden bei Starkregen vor allem von Mais- und Rübenäckern verloren. Durch die fortschreitende Ausweisung von Neubaugebieten, Gewerbeflächen und den Bau von Straßen gehen der Landwirtschaft wertvolle Ackerflächen, sogar solche, die als „Landwirtschaftliche Vorrangflur“ eingestuft sind, verloren. Außerdem verringern versiegelte Flächen die Grundwasserneubildung verschärfen die Hochwassergefahr und tragen zur Klimaerwärmung bei. Der Weltbodentag sollte auch bei uns im Kraichgau als Mahnung dienen, mit dem Boden fürsorglich umzugehen und keine Ackerflächen mehr unter Beton und Asphalt zu begraben.
    Wir müssen aufhören, unsere wertvollen Böden zu zerstören!

    Links:

    1.200 Hektar auf „ewig“ verunreinigt

    Unwiederbringlich für die Landwirtschaft und die Grundwassererneuerung verloren:

    2005 – Landverbrauch entspricht 13 Fußballfeldern pro Tag

    2005 – Bretten in Schwarzbuch Flächenverbrauch aufgenommen !

     

  • Buchtipp: Der Grund

    Die neuen Konflikte um unsere Böden – und wie sie gelöst werden können
    von Christiane Grefe, Tanja Busse

    Der Grund, der Boden ist existenziell für Ernährung, Wasser und Klimaschutz. Ohne Boden kein Leben. Doch Boden ist gefährdet: überdüngt, vertrocknet, zubetoniert. Er wird teurer, ist umkämpft. Wie lassen sich Flächenkonflikte im Sinne des Gemeinwohls lösen?
    Der Wert des Bodens, das Wunder der Unterwelt, jene Abermillionen von Wurzeln und Würmern,Käfern, Bakterien und Pilzen, die in symbiotischem Zusammenwirken immer wieder neues Leben schaffen, wurde lange unterschätzt und missachtet. Fruchtbare Böden sind weltweit gefährdet. Wie wir mit dem Land, mit den Flächen umgehen, ist die zentrale Zukunftsfrage.
    Wofür soll der Boden, der Grund genutzt werden: für Beweidung, Ackerland oder klimaresiliente Wälder? Für Wind- und Solarkraftwerke oder Naturschutzgebiete? Für Wohnungen und Gewerbegebiete in wachsenden Städten? Lassen sich Energiewende, Klimaschutz, Biodiversität und Ernährungssicherheit in Einklang bringen? Darf man Flächen für den Anbau von Energiepflanzen nutzen, wenn Menschen hungern? Wer entscheidet darüber: Bauern, Landbesitzer, Investoren, wir alle? Wie ließe sich Verantwortungseigentum für den Boden regeln?

    Davon erzählen Tanja Busse und Christiane Grefe spannend, mit Engagement und wissenschaftlicher Genauigkeit. Vor allem zeigen sie Wege auf, wie Flächenkonflikte im Sinne des Gemeinwohls politisch gelöst werden können.

    Erschienen im März 2024 im Verlag Antje Kunstmann
    240 Seiten Euro 24,00 € (D)
    ISBN 978-3-95614-585-8

  • Volksantrag zum Flächenschutz

    Steiner Pfad in Bretten
    Helfen Sie mit, die Natur zu retten !

    Im Jahr 2008 hatte sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren. Leider wurde dieses Ziel verfehlt und die Versiegelung von Flächen schreitet weiter voran.
    Gegenwärtig fallen in der Bundesrepublik immer noch täglich 60 Hektar Naturflächen neuen Siedlungsgebieten und Gewerbeflächen zum Opfer. Lebensräume verschwinden unwiederbringlich unter Beton und Asphalt, und die Artenvielfalt nimmt dramatisch ab.
    Auch in Baden-Württemberg zerstört dieser Flächenfraß täglich sechs Hektar unserer
    Natur- und Kulturlandschaft.
    Um die Landespolitik zu wirkungsvollen Maßnahmen zum Flächenschutz zu bewegen, hat der BUND Baden-Württemberg zusammen mit mehr als 15 weiteren Organisationen und Verbänden einen Volksantrag zum Erhalt der Naturflächen auf den Weg gebracht. Den Lippenbekenntnissen der Politik müssen endlich Taten folgen!

    Unterstützen Sie uns mit ihrer Unterschrift !

  • Internationaler Weltbodentag am 5. Dezember

    Fruchtbare Ackerböden sind die Grundlage für unser tägliches Brot und die Existenzgrundlage für landwirtschaftliche Betriebe. Doch leider geht unsere Gesellschaft rücksichtslos mit dieser unersetzlichen Ressource um. Böden werden zubetoniert und mit Schadstoffen vergiftet.

    Bretten liegt im Kraichgau, der besonders fruchtbare Lößböden besitzt. Auch diese sind schädlichen Einflüssen ausgesetzt, wie zum Beispiel der flächenhaften Abschwemmung bei Starkregen.
    Voraussetzung für diese Bodenschädigung sind die zum Teil steilen Hügel im Kraichgau, der Anbau von spät ein Blätterdach entwickelnden Feldfrüchten wie Mais und Rüben. Ohne schützende Blätter prallen die Regentropfen auf den unbedeckten Boden, reißen diesen auf, das abfließende Wasser spült die fruchtbare Erde ab und entwurzelt die noch kleinen Pflänzchen.

    Der Bodenverlust bei einem Wolkenbruch kann mehr als 400 Tonnen Erde pro Hektar betragen. Durch den Klimawandel werden solche Ereignisse immer häufiger. Zwar versuchen die Landwirte mit schonender Bodenbearbeitung und dem Anbau von Zwischenfrüchten den Bodenabtrag zu verringern, trotzdem wird die Bodendecke von Jahr zu Jahr dünner. Bei Regenwetter sieht man an den braun gefärbten , Hochwasser führenden Bächen Salzach und Saalbach, wie der fruchtbare Boden unwiederbringlich ins Meer abtransportiert wird.
    Zusätzlich werden unsere Ackerböden versiegelt. So sind allein auf der Gemarkung Bretten in den letzten Jahren mehr als 300 Hektar Ackerflächen für Wohn- und Gewerbeflächen und Straßenbau unter Beton und Asphalt verschwunden.

    „Im Zuge der Fortschreibung des Regionalplanes sollen in den kommenden Jahren in den Gemeinden der Region Karlsruhe 20 000 Hektar landwirtschaft-licher Nutzflächen sogenannten Siedlungserweiterungsflächen zum Opfer fallen, davon allein 100 Hektar auf der Gemarkung Bretten“ , betont Hartmut Weinrebe vom BUND Regionalverband Mittlerer Oberrhein. Dies führt zum Verlust landwirtschaftlicher Erträge. Versiegelte Fläche werden sich bei jedem sonnigen Tag aufheizen und so den Klimawandel beschleunigen. Deshalb fordert der BUND seit Jahren keine Äcker und Wiesen mehr zu versiegeln.

    Nach Angaben des Umweltbundesamtes gehen jährlich weltweit etwa 10 Millionen Hektar Ackerfläche verloren. Auf einem Viertel der globalen Bodenfläche haben der Humusgehalt und damit die Erntemengen drastisch abgenommen.
    Dabei sind fruchtbare Böden die Voraussetzung für eine sichere und ausreichende Nahrungsmittel-versorgung. Deshalb wurde der 5. Dezember von der Internationalen Bodenkundliche Union (IUSS) zum Weltbodentag erklärt. Damit wird seit 2002 jährlich weltweit ein Zeichen für die Bedeutung der unersetzlichen natürlichen Ressource Boden gesetzt.

    Links zu Hochwasser / Erosion Ruit:

    17.09.2019  Überschwemmungen als Folgen des Klimawandels
    16.06.2016 Überschwemmung in Bretten Ortsteil Ruit 2016
    20.06.2015 Hochwasser Juni 2015

    UmweltBundesAmt: Weltweit gehen jährlich 10 Millionen Hektar Ackerfläche verloren