Kategorie: Wildbienen

  • Hummeln – die sozialsten Wildbienen

    Dunkle Erdhummel
    Dunkle Erdhummel


    Hummeln sind Wildbienen, die kleine Staaten bilden. Ihr dicker Pelz ermöglicht es ihnen, auch dann Blüten zu bestäuben, wenn es der Honigbiene noch zu kalt ist. Die Hummeln, die jetzt im Frühjahr fliegen, sind Königinnen auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz. In Deutschland leben über 30 Hummelarten. Etwa die Hälfte davon steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

    Lernen auch Sie unsere einheimischen Hummeln kennen!
    Bestimmungsbogen: Häufige Hummelarten auf einen Blick

  • Wildbienen für Gärten und Obstbäume – Machen Sie mit!

    BUND Ortsgruppe und Melanchthon-Gymnasium:
    Die Bestände der Honigbienen, sie sind wichtige Bestäuber unserer Kulturpflanzen, gehen zurück.
    Imker verlieren immer mehr Bienenvölker durch Parasiten und Pestizide. Bei der Sicherung der Obsternten spielen Wildbienen eine inzwischen unersetzliche Rolle. Besonders effektive Blütenbestäuber sind die Gehörnte Mauerbiene und die Rostrote Mauerbiene.

    Diese friedfertigen Mauerbienen sind besonders wichtige Blütenbestäuber, weil

    … sie Blüten schneller bestäuben als Honigbienen.

    … sie bereits Blüten besuchen, wenn es der Honigbiene noch zu kalt zum Fliegen ist.

    … sie als Bauchsammlerinnen den Blütenstaub effektiver übertragen können als Honigbienen.

    Um den Bestand der Gehörnten Mauerbiene (Osmia cornuta) und der Rostroten Mauerbiene (Osmia bicornis) zu fördern, werden speziell angefertigte Nisthilfen angeboten. Garten- und Balkon-Besitzer werden gebeten, sich an dieser Aktion von BUND und Melanchthon-Gymnasium zu beteiligen.
    Informationen und Nisthilfen gibt es am Samstag, den 14. März auf dem Brettener Wochenmarkt und hier bei uns im Internet.

  • Steckbrief: Efeu-Seidenbiene ( Colletes hederae)

    Diese Wildbienenart gehört zu einer Gruppe sehr ähnlicher Arten. Deshalb wurde sie erst vor 20 Jahren als eigenständige Wildbienenart erkannt. Die Weibchen sind etwa so groß wie die Honigbiene, die Männchen sind deutlich kleiner. Auffällig sind die fünf gelben Ringe am Hinterleib. Sie fliegt später im Jahr als alle anderen Wildbienen, weil sie sich fast ausschließlich von Nektar und Blütenstaub des Efeu ernährt.
    Abhängig von der Witterung schlüpfen die Männchen Ende August, die Weibchen folgen im September. Letztere sind dann oft bis Ende Oktober damit beschäftigt für ihre Nachkommen zu sorgen. Dafür gräbt jede Biene einen ca. 30 cm tiefen, schraubenförmigen Gang in den Boden und legt bis zu einem Dutzend Brutkammern an, deren Wände mit selbst produzierter Seide ausgekleidet werden.
    Dann werden die Brutzellen mit einer Mischung aus Blütenstaub und Nektar gefüllt. An diesen Nahrungsvorrat werden dann die Eier abgelegt. Die Futtermenge ist so berechnet, dass die ausschlüpfende Bienenlarve sich bis zu ihrer Verpuppung gut ernähren kann.

    Erst im Spätsommer des nächsten Jahres schlüpft dann die nächste Bienengeneration. Die Seidenbiene lebt einzeln und gräbt ihre Brutgänge selber. Nistplätze werden gemeinschaftlich genutzt, so dass Brutkolonien aus vielen hundert Individuen entstehen können. Auffällig ist, dass die Seidenbiene, die sich seit einigen Jahren auch in Baden-Württemberg ausbreitet, Sandkästen von Spielplätzen bevorzugt.

    Zum Glück sind Seidenbienen friedfertige Insekten. Auf Störungen reagieren sie mit Flucht. Sie stechen nur, wenn man sie in die Hand nimmt und drückt. Der winzige Stich ist aber nach wenigen Minuten nicht mehr zu spüren.
    Ein aufmerksamer Brettener entdeckte in seinem Garten rund 200 „Erdwohnungen“ der Efeu-Seidenbiene und verständigte umgehend die BUND Ortsgruppe Bretten.

  • Wildbienen und PESTIZIDE

    Hummel auf GurkenblütePestizide, vor allem Neonikotinoide, stören die Orientierungsfähigkeit und schädigen das Immunsystem von Hummeln und anderen Wildbienen. Die Tiere nehmen die Chemikalien beim Blütenbesuch auf, denn der Blütenpollen ist oft mit vielen verschiedenen Agrargiften belastet. Herbizide vernichten zudem die wichtigen Wildkräuter auf unseren Feldern und damit die Nahrung der kleinen Brummer. Und ohne massiven Gifteinsatz wären die naturfernen Monokulturen in unserer Landschaft gar nicht überlebensfähig. Monokulturen bieten den Wildbienen und vielen anderen Tieren weder Nahrung noch Lebensraum und sind maßgeblich für den Schwund der biologischen Vielfalt verantwortlich.

    Daher fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):
    • Alle auf dem Markt erhältlichen Pestizide müssen auf ihre Auswirkungen auf Bienen, Hummeln und Co. überprüft werden.
    • Alle Neonikotinoide und andere bienengefährlichen Pestizide müssen verboten werden.
    • Die Vielfalt heimischer Blütenpflanzen an Feld- und Wegrändern, auf Wiesen und Weiden muss gefördert und besser vor Pestiziden geschützt werden.
    • Mindestens 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche muss ökologisch bewirtschaftet werden.
    • Die Zulassungsverfahren für Pestizide müssen verschärft und der Umgang mit diesen Giften stärker kontrolliert und geahndet werden

    mehr im BUND-Flyer Wildbienen und Pestizide

  • Gencode der Wildbienen entschlüsselt

    Über 5oo Wildbienenarten aus dem deutschsprachigen Raum wurden jetzt genetisch analysiert.
    Forscher der Zoologischen Staatssammlung München haben nach fünfjähriger Forschungsarbeit das „DNA- Barcoding- Projekt“ abgeschlossen. Alle Wildbienen-Arten können nun an ihrer genetischen Signatur, wie beim Strichcode von Waren an der Supermarktkasse, sicher erkannt werden. Dabei können auch bisher unbekannte Arten entdeckt werden.

    Diese Forschungsprojekt ist Teil des „International Barcode of Life“- Projekts, bei dem weltweit alle Tierarten genetisch erfasst werden sollen.
    weiterführende Links: