Schlagwort: Amphibien

  • Engagement des BUND gewürdigt

    Die Mühe hat sich gelohnt: Durch die vielen blühenden Pflanzen ist der Tisch für Wildbienen und andere Insekten reich gedeckt
    Vielfältige Aktivitäten im vergangenen Jahr

    Für seine unermüdliche und richtungsweisende Arbeit zur Erhaltung der Artenvielfalt wurde der Bund für Umwelt- und Naturschutzschutz Deutschland (BUND) Bretten von NaturLife und EDEKA im vergangenen Jahr ausgezeichnet. Kein Wunder, zeigte doch der Rückblick bei der Jahreshauptversammlung der BUND Ortsgruppe Bretten, dass auch das Jahr 2019 wieder arbeitsreich und durch vielfältige Aktivitäten geprägt war.

    Schwerpunkte waren wie auch in den vergangenen Jahren der Schutz der Amphibien und Wildbienen. So wurden an der Kreisstraße zwischen Bauerbach und Büchig wieder Fangzäune zum Schutz der Amphibien betreut, eine sehr zeitaufwändige Arbeit bei oft nasskaltem Wetter. Der extrem trockene Sommer im vergangenen Jahr war für die Amphibien besonders schwer: Laichgewässer trockneten aus und es gab weniger Beutetiere, wie Würmer oder Schnecken. Vor allem Erdkröten gingen deshalb abgemagert in die Winterruhe. „Um den Bestand der Lurche dauerhaft zu sichern, sind an dieser Kreisstraße Amphibienleiteinrichtungen mit Tunneln unbedingt erforderlich“, betonte Gertraud Steinbach, die über die aktuelle Situation und Planungen berichtete.

    Auf großes Interesse in der Bevölkerung stießen die Vorträge „Bretten im Klimawandel“ sowie „Nützlinge in Haus und Garten“, die in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bretten durchgeführt wurden.

    Ein weiterer Schwerpunkt des BUND Bretten waren auch im Jahr 2019 Maßnahmen zum Schutz der Wildbienen. So wurde das seit Jahren bestehende Gemeinschaftsprojekt von BUND und dem Melanchthon-Gymnasium Bretten mit der Gestaltung eines wildbienen- und insektenfreundlichen Lebensraumes fortgesetzt. In diesem Biotop haben sich im vergangenen Jahr bereits zahlreiche Insekten wie Frühlings-Seidenbienen, Garten-Wollbienen, Furchenbienen, wärmeliebende Käfer, Spinnen und Zikaden angesiedelt.(siehe Bild!)

  • Der Bergmolch ist Lurch des Jahres 2019

    Nach der Winterstarre suchen die Bergmolche im Frühjahr ihre Laichgewässer wie Tümpel und Gartenteiche auf. Dort legen die Männchen mit den goldfarbenen Augen ein farbenprächtiges Hochzeitskleid an. Mit dieser „Wassertracht“ zählen sie zu den schönsten einheimischen Amphibienarten: Hellblau mit schwarzen Flecken auf silbrig-weißem Grund, die Bauchseite leuchtend orange und auf dem Rücken eine gelb-schwarze Linie. Die Weibchen sind dagegen unscheinbar bräunlich-olivgrün marmoriert.

    Ichthyosaura alpestris, wie der Bergmolch heute mit wissenschaftlichem Namen heißt, gehört zu den Schwanzlurchen und kann eine Körperlänge von gut zehn Zentimetern erreichen. Er ist in Mitteleuropa vom Tiefland bis zum Hochgebirge weit verbreitet, wobei er waldreiche Gebiete bevorzugt. Im Raum Bretten zählt der Bergmolch neben dem selteneren Teich- und Kammmolch zur häufigsten Schwanzlurchenart.

    Sein Bestand ist jedoch bedroht. In der Vergangenheit wurden viele seiner Laichgewässer trockengelegt oder zugeschüttet. Durch den zunehmenden Straßenverkehr und neue Straßen kamen unzählige Lurche unter die Räder. Infolge des Klimawandels können immer mehr Kleingewässer austrocknen und so die Fortpflanzung verhindern. Bisher konnte der Bestand des Bergmolches auf unserer Gemarkung jedoch gesichert werden: Durch Schutzmaßnahmen des BUND Bretten, der seit vielen Jahren Amphibien-Schutzzäune betreut und geeignete Laichgewässer angelegt hat.
    Um auf diese besonders geschützte Amphibienart aufmerksam zu machen, hat die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde den Bergmolch zum „Lurch des Jahres 2019“ ausgerufen.

  • Arbeitsreiches BUND-Jahr 2018

    Bei der Jahreshauptversammlung der BUND-Ortsgruppe Bretten wurde die Vorstandschaft einstimmig wiedergewählt. Wie bisher werden Gerhard Dittes (Vorsitzender), Matthias Menzel (Stellvertreter) und Christa Franck (Schatzmeisterin) die Ortsgruppe nach außen vertreten.

    Beim Jahresrückblick zeigte sich, dass das Jahr 2018 arbeitsreich und durch vielfältige Aktivitäten geprägt war. Schwerpunkte waren wie auch in den vergangenen Jahren der Schutz der Wildbienen und Amphibien. So wurden zwischen Bauerbach und Büchig wieder Fangzäune zum Schutz der Amphibien betreut, eine sehr zeitaufwändige Arbeit bei oft nasskaltem Wetter. Der extrem trockene Sommer im vergangenen Jahr, war für die Amphibien besonders schwer: Laichgewässer trockneten aus und es gab weniger Beutetiere wie Würmer und Schnecken. Vor allem Erdkröten gingen deshalb abgemagert in die Winterruhe. Um den Bestand der Lurche dauerhaft zu sichern, sind an der Kreisstraße Amphibien-Leiteinrichtungen mit Tunnels unbedingt erforderlich.

    Auf großes Interesse in der Bevölkerung stießen die Vorträge „Mein-Garten – Schlaraffenland für Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten“, sowie „ Nachhaltigkeit und Artenvielfalt“, die in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bretten durchgeführt wurden.

    Ein weiterer Schwerpunkt des BUND Bretten waren auch im Jahr 2018 Maßnahmen zum Schutz der Wildbienen. So wurde das seit Jahren bestehende Gemeinschaftsprojekt mit dem Melanchthon-Gymnasium fortgesetzt. Beim städtischen Naturerlebnistag konnten wieder Nisthilfen für die Wildbienen in den Gärten von Bretten und Umgebung angefertigt werden.
    Mit Unterstützung des BUND und des Obst- und Gartenbauvereins Diedelsheim bauten Zweitklässler der Schwandorf-Grundschule Kinderstuben für Wildbienen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Bald waren mehr als hundert Schilfhalme und Bohrlöcher von Wildbienen belegt.
    Auf dem Landesbiologentag an der Universität Hohenheim wurde dieses Projekt als Beispiel, wie man Schüler für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur sensibilisieren kann, vorgestellt.

  • Natur leidet unter Trockenheit

    BUND Bretten um Lurche besorgt

    Nach tagelanger brütender Hitze hatte der Wetterbericht endlich heftige Niederschläge angekündigt. Doch in Bretten blieb es weiterhin trocken. Bestenfalls fielen nur ein paar Tropfen. So ging es den ganzen Sommer über. Abgesehen vom feuchten Januar blieben die Niederschläge Monat für Monat unter den langjährigen Mittelwerten. Die Folgen des fehlenden Regens in Verbindung mit der hohen Verdunstung durch die lang anhaltende Hitze, sind nicht zu übersehen. So haben sich einst saftig grüne Rasenflächen ohne Bewässerung braun verfärbt. Auf den Feldern litten die Kulturpflanzen unter der nicht enden wollenden Trockenheit. Die Blätter der Rüben sind zum Teil verwelkt und verdorrt.

    Auch auf manche Quellen hat sich die Trockenheit negativ ausgewirkt. Das Weckerlesbrünnle zwischen Bretten und Diedelsheim gibt seit Wochen keinen Tropfen Wasser mehr. Bäche sind zu Rinnsalen geworden, wie man zum Beispiel am äußerst niedrigen Wasserstand des Saalbaches, der durch die Brettener Innenstadt fließt, erkennen kann.
    Matthias Menzel vom BUND Bretten weist darauf hin, dass für Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche, deren Bestand schon seit vielen Jahren gefährdet ist, austrocknende Laichgewässer zur tödlichen Gefahr werden können. „Manche Naturtümpel sind inzwischen ohne Wasser und ihr Untergrund zeigt tiefe Trockenrisse“, berichtet Gertraud Steinbach vom BUND und hofft auf ausgiebigen Winterregen, damit im Frühjahr die Kinderstuben der Lurche mit genügend Wasser gefüllt sind.

  • BUND Bretten beim Umweltkongress

    Kürzlich fand in Kornwestheim der 2. Biodiversitätskongress zum Thema „Wildtiere, Willen, Weitsicht – wie viel Lebensraum ist uns das Naturerbe wert? Ehrenamtliche im Einsatz für biologische Vielfalt“, statt.
    Die Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg hatte dazu nach Kornwestheim eingeladen.

    Neben verschiedenen Vorträgen zu Artenschutzprogrammen hielt der Schmetterlingsexperte des Karlsruher Naturkundemuseums, Dr. Robert Trusch einen sehr informativen Vortrag zum Rückgang der Schmetterlinge.
    Das Verschwinden von Schmetterlingsarten hat sich stark beschleunigt. Von Jahr zu Jahr verschwinden immer mehr dieser Insekten, wie eine Studie über einen Zeitraum der letzten 200 Jahre belegt. Allein in diesem Jahrzehnt sind 26 Arten verschwunden!

    Der Einsatz von systemisch wirksamen Insektiziden hat zugenommen. Auf unsere Äcker gelangen inzwischen jedes Jahr Tausende Tonnen dieser Gifte. Diese Neonicotinoide haben auch auf Honig- und Wildbienen verheerende Auswirkungen:
    So genügen bereits nicht tödliche Mengen von weniger als einem Milliardstel Gramm, um Gedächtnis und Lernvermögen der Honigbienen zu beeinflussen. Orientierung, Brutpflege und Futtersuche unserer nützlichen Blütenbestäuber werden beeinträchtigt. Vor allem nimmt die Anfälligkeit gegenüber Viruserkrankungen zu. Diese Pestizide, die bis zu 7000-mal giftiger sind als das früher eingesetzte DDT, reichern sich im Boden an.
    Die systemischen Pestizide sind weltweit verantwortlich für die drastische Abnahme der Insekten, das Bienen-Sterben und die abnehmende Artenvielfalt. Die Kongressteilnehmer forderten deshalb ein sofortiges und ausnahmsloses Verbot dieser „Pflanzenschutzmittel“ .

    Nachmittags besuchten die Kongressteilnehmer vom BUND Bretten mehrere Fortbildungs-veranstaltungen zur Unterstützung ihrer praktischen Naturschutzarbeit. „Unsere jahrlange Forderung, dass Fische in Amphibienteichen nichts zu suchen haben, wurde dabei bestätigt. Sie müssen durch Abfischen oder Ablassen der Teiche entfernt werden“ , betont Gertraud Steinbach vom BUND.
    Auch zum Schutz der Wildbienen gab es wichtige Informationen. So hat die Ausbreitung der Efeu-Seidenbiene dazu geführt, dass ihre Nester immer öfter auch in Sandkästen von Spielplätzen und Kindergärten angelegt werden. „Es war beruhigend zu hören, dass nach den bisherigen Erfahrungen ein friedliches Nebeneinander von spielenden Kindern und diesen Wildbienen möglich ist“, berichtet Gerhard Dittes, der Vorsitzende vom BUND Bretten.