Schlagwort: Pestizide

  • Die Blindschleiche – Reptil des Jahres 2017

    Blindschleiche

    Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde hat die besonders geschützte Blindschleiche zum Reptil des Jahres 2017 ernannt.
    Nein – blind ist sie nicht. Obwohl diese beinlose Eidechse einer Schlange ähnelt, besitzt sie nicht deren starren Blick. Nur wenn sie ihre beweglichen Augenlider schließt, ist sie „blind“.
    Auch durch seine gleich großen, glänzenden und glatten Schuppen unterscheidet sich dieses harmlose Kriechtier von den echten Schlangen. Die Körperfarbe der bis zu einem halben Meter langen Blindschleiche variiert von hellgrau bis kupferfarben. Ihre Bauchseite ist dunkelgrau, die gespaltene Zunge ist breit und kurz.
    Die Blindschleiche, die über fast ganz Europa verbreitet ist, kann man auf Brettener Streuobstwiesen, an Waldrändern, Hecken und naturnahen Gärten antreffen. Hier macht sie Jagd auf Nacktschnecken, Regenwürmer und kleine Gliedertiere. Ihren zahlreichen natürlichen Feinden wie Greifvogel, Marder, Fuchs und Schlingnatter ist sie nicht ganz schutzlos ausgeliefert. Bei Bedrohung kann sie die Schwanzspitze abwerfen und fliehen.
    Anderen Gefahren aber gegenüber ist dieses Reptil wehrlos: „Lebensraumverluste durch Flächenversiegelung, Verkehrsopfer und moderne Landwirtschaft mit Monokulturen und giftigen Pestiziden setzen der Blindschleiche immer mehr zu“, betont Gerhard Dittes, der Vorsitzende des BUND Bretten. Nur die Schutzgebiete, für die sich der BUND schon vor Jahren eingesetzt hat, sind sichere Rückzugsgebiete für die Blindschleiche. Hier findet sie ausreichend Nahrung und einen frostfreien Unterschlupf für ihre Winterruhe von Oktober bis April. Im Sommer bringen die Weibchen bis zu einem Dutzend etwa zehn Zentimeter lange, gestreifte Jungtiere zur Welt.
    Wie kann man Blindschleichen helfen? „Besitzer von Streuobstwiesen und Gärten sollten diese naturverträglich bewirtschaften,“ empfiehlt Matthias Menzel vom BUND Bretten.

  • Sofortmaßnahmen gegen Artenschwund

    Die auf Gemarkung Bretten lebende Graue Sandbiene (Andrena cineraria)
    Die auf Gemarkung Bretten lebende Graue Sandbiene (Andrena cineraria)
    Extreme Rückgänge bei heimischen Wildbienen

    Schon vor über dreißig Jahren hat der BUND Bretten Schutzmaßnahmen für Wildbienen ergriffen. Seit fünf Jahren wird, zusammen mit dem Melanchthon-Gymnasium, das Projekt „Schützt die Wildbienen“ durchgeführt. Der Bestand von Wildbienen ist bundesweit drastisch gesunken, wie neueste Forschungsergebnisse zeigen. Die Folgen wären gravierende wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe für die Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion. Deshalb unterzeichneten jetzt 77 Wissenschaftler eine Resolution an Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks und fordern Sofortmaßnahmen, um den drastischen Rückgang von Wildbienen und anderen Insekten zu stoppen. “Wir begrüßen diese längst überfällige Resolution und freuen uns über diese Unterstützung des Wildbienenschutzes“, betont Gerhard Dittes der Vorsitzende des BUND Bretten .
    Hauptforderungen der Resolution sind ein vollständiges Verbot von Neonicotinoiden (Insektengifte) , die Erhöhung der Strukturvielfalt in der Kulturlandschaft und die Einführung eines strengeren Schutzstatus für hochgradig gefährdete Wildbienen.
    Wie notwendig diese Maßnahmen sind, zeigen aktuelle Forschungsergebnisse: In den letzten zehn Jahren sind in manchen Regionen bis zu 75% aller Wildbienenarten verschwunden. Die intensive Landbewirtschaftung mit großflächigen Monokulturen von Mais und Raps sowie der Einsatz von giftigen Pestiziden hat sich seit dem Jahr 2000 dramatisch beschleunigt. Dies führte zu einem drastischen Rückgang der Artenvielfalt.

    Link zum Artikel: Insektensterben statt Bienentanz: Wissenschaftler fordern Sofortmaßnahmen gegen Artenschwund

  • Regierung will Bienenkiller erlauben

    Bild:Campact
    Bild:Campact

    Letztes Jahr verbot Agrarminister Schmidt Pestizide, die Bienen töten. Jetzt gibt er dem Druck von BASF, Bayer und Co. nach – und könnte das Gift schon in den nächsten Tagen wieder freigeben. Mit 200.000 Unterschriften und einer Zeitungsanzeige können wir ihn stoppen.

    Frühling – milde Luft, die Sonne gewinnt an Kraft, die Blumen sprießen. Doch wenn die Imker in diesen Tagen ihre Bienenstöcke öffnen, droht den Bienen ein böses Erwachen. Denn Agrarminister Christian Schmidt (CSU) will das Verbot von so genannten Neonikotinoiden aufweichen. Das sind Pestizide mit einer furchtbaren „Nebenwirkung“: Sie töten Bienen. Seit 2009 ist das Ackergift daher nicht mehr erlaubt. Schmidt selbst begründete das Verbot im letzten Jahr noch mit der Gefahr eines „millionenfachen Bienentods“ – und feierte sich selbst auch noch als Bienenretter.[1]

    Doch nun will der Minister die Pestizide teilweise wieder erlauben. Eine Kehrtwende, von der allein Konzerne wie Bayer, BASF oder Syngenta profitieren. Und fällt das Verbot in Deutschland, könnten die Bienenkiller bald in der gesamten EU wieder auf die Äcker kommen. Eine Verordnung, die das Verbot aushöhlt, liegt bereits vor.[2] Schmidt könnte sie in den nächsten Tagen in Kraft setzen. Und dabei hofft er, dass die Öffentlichkeit von seiner Kehrtwende nichts mitbekommt.

    Und genau da können wir ihn packen: Sobald wir 200.000 Unterschriften beisammen haben, veröffentlichen wir den Appell gegen die Bienenkiller im „Bayernkurier“ – dem Hausblatt der CSU, das auch von vielen Imker/innen und Landwirt/innen gelesen wird. Will Schmidt den Eindruck vermeiden, er sei vom Bienenfreund zum Bienenfeind mutiert, muss er von seinem Plan abrücken.

    Machen Sie Schmidts Kehrtwende öffentlich und unterzeichnen Sie hier und jetzt unseren Appell gegen die Bienenkiller! Damit es nicht zum großen Bienensterben kommt.

    [1] „Schmidt: Bienenschutz hat höchste Priorität. Landwirtschaftsminister Schmidt unterzeichnet Eilverordnung“, Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, 21. Juli 2015

    [2] „Gift für die Bienen“, Süddeutsche Zeitung, 29. März 2016

  • Aus dem Netz: Chemiekonzern Bayer spielt „Retter der Bienen“

    browserUnglaublich! Der als „Bienenkiller“ bekannte Chemiekonzern Bayer verkauft ein Produkt mit dem Namen „Bienenweide“! Nicht nur das! Wie Sie dem Foto entnehmen können, wirbt Bayer mit dem Slogan „Seid nett zu Bienen“. Gerade Bayer, der alles andere als „nett“ zu Bienen ist. War es doch der Konzern, der gegen das Verbot seitens der EU-Kommission klagte, nachdem eine zweijährige EU-weite Nutzungseinschränkung für Pestizide auf Neonikotinoid-Basis verhängt worden war. Seit dem Frühjahr 2012 ist es amtlich. Gemäß einem Gutachten besteht ein “hohes, akutes Risiko” für Bienen durch die drei Stoffe Clothianidin und Imidacloprid von Bayer und Thiamethoxam von Syngenta. Zum Artikel bei netzfrauen

    zum Thema siehe auch: Bienen in Gefahr – Helfen Sie ! sowie Wildbienen und PESTIZIDE

  • Feuersalamander gesucht!

    Lurchi  1Er ist unverwechselbar und meistens bei Regenwetter oder nachts unterwegs: Der Feuersalamander.
    Dieser schwarz und gelb gefärbte einheimische Lurch ist völlig ungefährlich. Leider ist sein Bestand durch Lebensraumverlust, Straßenverkehr und Pestizide stark gefährdet. Im Rahmen der landesweiten Amphibienkartierung hat der BUND Bretten alle bisher bekannten Vorkommen des Feuersalamders erfasst. Aber bei der versteckten Lebensweise dieses Lurchs kann es sein , dass es noch nicht erfasste Vorkommen ,wie zum Beispiel in privaten Gartenteichen oder Zufallsfunde bei Spaziergängen gibt.
    Wir bitten darum, uns Funde (auch Salamanderlarven) zu melden. Bitte nutzen Sie dazu unser Kontaktformular.
    Auf der Internetseite der LUBW finden Sie weitere Informationen und eine Bestimmungshilfe.
    Vielen Dank für ihre Mitarbeit!