Wissenschaftler der Universität München haben in einer aktuellen Studie nachgewiesen, dass von den über 500 Wildbienenarten in Deutschland mehr als die Hälfte in ihrem Bestand bedroht oder in manchen Regionen schon verschwunden sind. Wesentliche Ursache ist der Nahrungsmangel im Spätsommer, weil es zu dieser Zeit gerade auf landwirtschaftlich genutzten Flächen keine Blüten mehr gibt.
„Allgemein scheint die Artenvielfalt von Bienen aufgrund der intensiven Landwirtschaft und des verstärkten Einsatzes von Pestiziden, die sich beide negativ auf Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten auswirken, rückläufig zu sein“, betont Prof. Susanne Renner von der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Wildbienen spielen eine unersetzliche Rolle bei der Bestäubung von Blütenpflanzen. So wird der wirtschaftliche Wert durch Bestäubung in Europa vom BUND auf über 14 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Beispielsweise gibt es ohne die Bestäubung durch Hummeln keine Tomaten.
Siehe unter : Verhungern im ländlichen Raum
Schlagwort: Bienen
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Jede zweite Wildbienenart bedroht!
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Buchtipp: Das Verstummen der Natur
Die dramatischen Folgen des Artensterbens
Das Bienensterben: längst zur Megaschlagzeile in den Medien geworden, und es wird viel diskutiert. Doch was steckt dahinter? Über Nacht jedenfalls ist der dramatische Verlust der Wildbienen, Schmetterlinge sowie vieler anderer Insekten und Wildtiere nicht gekommen. Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion, und Claus-Peter Hutter, Präsident von NatureLife-International, weisen nach, dass bereits in den 1980er Jahren vor dem Verstummen der Natur gewarnt wurde. Alarmzeichen gab es schon damals. Nur: Es wollte niemand wissen, auch »die Politik« nicht. Warum nur? Um den ökologischen Staatsbankrott zu vertuschen? Um der Bauern-Lobby gefällig zu sein? Die Autoren liefern eine intensive Spurensuche, die bei den Taten beginnt und bei den Tätern endet.Ludwig-Verlag www.Ludwig-Verlag.de ISBN 978-3-453-28109-7
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Wildbienen steigern Erntemenge und Qualität von Heidelbeeren

Marek Silarski [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Eine wissenschaftliche Studie der University of Vermont (USA) hat jetzt gezeigt, dass Wildbienen besonders Hummeln die Qualität von Heidelbeeren (Blaubeeren) steigern können. Die Forscher stellten fest, dass die Größe und Erntemenge dieser Beeren um bis zu 12 Prozent zunahm, wenn die Bestäubung durch Wildbienen erfolgte. Dieses Ergebnis unterstreicht erneut die wirtschaftliche Bedeutung von Wildbienen.Siehe unter : First study to reveal wild bees’ impacts on blueberry size, quality
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Insektensterben : Forscher fordern Maßnahmen
Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Wilfried Kretschmann fand im Stuttgarter Museum für Naturkunde ein internationales Insektenschutz-symposium statt, an dem auch Vertreter des BUND Bretten und Karlsruhe teilnahmen.
Insekten sind weltweit die artenreichste Tiergruppe und für die Funktion von Ökosystemen unerlässlich. Der dramatische Rückgang der Insekten hat in Mitteleuropa inzwischen alarmierende Ausmaße erreicht mit unabsehbaren ökonomischen und ökologischen Folgen. Wissenschaftler zeigten an neuesten Forschungsergebnissen die Ursachen für den dramatischen Rückgang der Insekten auf. Eine der Hauptursachen ist der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. So finden beispielsweise vergiftete Honigbienen nicht mehr zurück in ihren Bienenstock und werden anfälliger für Krankheiten. Nützlinge erkennen ihre Wirte nicht mehr, wodurch sich der Bestand der Schädlinge erhöht.
Zum Schutz der Insekten fordern die Wissenschaftler unter anderem Maßnahmen wie die Einschränkung des Pestizideinsatzes, die Extensivierung der Landwirtschaft sowie eine Erhöhung der Artenvielfalt durch Grünland. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen ist, neben einer Forschungs- und Bildungsoffensive, eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure aus Politik, Industrie, Landwirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft und Gesellschaft erforderlich.Den „Neun-Punkte-Plan gegen das Insektensterben“ finden Sie hier –>9-Punkte Plan gegen das Insektensterben
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Fünf-Punkte-Plan gegen das Artensterben
Brettener BUND auf dem richtigen WegUnter dem Motto „Schmetterlinge bald nur noch im Bauch: Erst sterben die Insekten – und dann?“ veranstalteten die Umweltakademie Baden-Württemberg, die Universität Hohenheim und der Verband der Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin e.V. (Vbio) den dritten landesweiten Biodiversitätsgipfel. Dabei zeigte sich, dass die BUND-Ortsgruppe Bretten mit ihren Projekten zum Schutz der Wildbienen auf dem richtigen Weg ist.
Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie belegt einen Insektenrückgang von mehr als 70 Prozent bei Schmetterlingen, Käfern, Bienen, Wespen und anderen Insekten innerhalb weniger Jahrzehnte, verursacht durch die Vernichtung von Lebensräumen, durch neue Wohn- und Gewerbegebiete und die intensive industrielle Landwirtschaft mit Monokulturen und giftigen Pestiziden.
Um dem Artensterben entgegen zu wirken, stellten die Experten einen Fünf-Punkte-Plan vor. Dabei spielt die Umweltbildung eine wichtige Rolle. Neben der Vermittlung von Artenkenntnis müssen Kinder für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur sensibilisiert werden. Dies könne etwa am Beispiel der Wildbienen mit ihren vielfältigen Lebensweisen, ihrer effektiven Bestäuber-funktion, Gefährdungsursachen und geeigneten Schutzmaßnahmen realisiert werden. Dazu hat der BUND Bretten zusammen mit dem Melanchthon-Gymnasium ein Projekt zum Schutz der Wildbienen erfolgreich durchgeführt.
Da eine der wichtigsten Ursachen des Insektensterbens auf die Intensivierung der Landwirtschaft zurückzuführen ist, müsse deshalb der Flächenanteil des ökologischen Landbaus auf mindestens 50 Prozent angehoben werden. Die Strukturvielfalt in der Landschaft muss wieder hergestellt werden durch Hecken, mehrjährige Blühstreifen und Wildbienenweiden. Landwirtschaftliche Betriebe mit kleineren Anbauflächen sollten stärker als große unterstützt werden. Die Förderung der Biodiversität durch die Landwirtschaft muss bei den Agrarsubventionen stärker berücksichtigt werden. Ein langfristiges Biodiversitäts-Monitoring ist zu etablieren, weil ohne Daten über die Artenvielfalt keine Probleme erkannt und wirkungsvolle Schutzmaßnahmen durchgeführt werden können.
Mehr Infos unter: „Landesbiologentag 2018: Fünf-Punkte-Plan gegen das Artensterben“